Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 227 (sequence 238)
- Language
- German, English, Hebrew
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Thon müssen. Wirtschaftliche Not, wirtschaftlicher Zusammenbruch sind legitime Beweggründe für Wanderung. Aber wir wissen ganz gut, in der vierten Alijah gibt es doch sehr viele Elemente, die einen Großteil ihrer Ideologie aus dem Arsenal des Zionismus nehmen. Wenn sie Entwicklungsfreiheit haben wollen, wenn sie ein eigenes jüdisches Leben haben wollen, wenn sie eine gesicherte Existenz haben wollen, verlangen sie nur, was der Zionismus verlangt. Aber, meine Herren, vergessen Sie nicht, in der vierten Alijah ist auch etwas, was wir unbedingt ablehnen müssen, ich meine das Luftmenschentum. Sie sehen, Luftmenschentum ist nicht nur moralisch anfechtbar, Luftmenschentum ist auch wirtschaftlich eine Unmöglichkeit in einem Lande wie Palästina. Wir können leider die Spekulanten nicht erhalten, wir können sie nicht ernähren. Deswegen müssen wir sie ablehnen. Ich meine, abgesehen davon, daß wir das moralisch nicht dulden können. Aber wir müssen es auch aus ökonomischen Gründen. Alles, was in der vierten Alijah produktiviert werden kann, alles, was in der vierten Alijah der Landwirtschaft, dem Handwerke, dem ehrlichen Gewerbe, dem richtigen Handel, der Industrie zugeführt werden kann, ich möchte den sehen, der sich nicht mit der größten Sympathie dazu verhält! Alle Bemühungen müssen hier auf Produktivierung gerichtet werden. Produktive Arbeit ist das größte, was wir haben. Wenn ein Wort hier brutal in den Saal geworfen wird, daß die Arbeiter in den Kwuzoth die Kostgänger des Zionismus sind, entehren wir uns selbst und den Zionismus. (Stürmischer Beifall und Zwischenrufe.) Sagen Sie, was Sie wollen, bis jetzt ist der jüdische arbeitende Bauer, der Chaluz, der Arbeiter schlechthin der Träger des Zionismus und der Zionismus ist sein Kostgänger. (Anhaltender Beifall.) Der jüdische Arbeiter, der selbst arbeitende Mensch, das ist es ja, was wir der Welt zeigen wollen. Meine Herren, wollen wir der Welt imponieren mit einem tüchtigen Händler in Tel Awiw, wollen wir der Welt imponieren mit Industrie? Ich bin sehr, sehr, mit ganzem Herzen für die Industrialisierung des Landes in weitestem Maße, ich wollte, wir hätten die großen Mittel, von denen Freund Ruppin gesprochen hat, und wir könnten wirklich diese große Industrie ausführen, wir könnten das aufbauen, wir hätten den Arbeiter, wir hätten die Kapitalisten; aber ich kann Ihnen sagen, ich habe Industrieunternehmungen in Tel Awiw und in Haifa gesehen, die mir außerordentlich gefallen haben, die mich riesig gefreut haben, aber wenn wir sie Amery gezeigt haben oder wenn wir sie Felix Warburg gezeigt haben, waren sie nicht so begeistert (Beifall); aber wenn wir ihnen Arbeiter in der Kwuzah gezeigt haben, wenn wir ihnen Arbeiter beim Bau gezeigt haben, da waren sie überrascht, da waren sie begeistert. (Beifall.) Meine Herren! Ich stehe mitten in der Propaganda, ich komme zum Volk. Gott weiß, daß ich nicht meine Lunge spare. Ich habe aber keinen Steuerexekutor und muß von 15* 227