Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 236)
- Language
- German, English, Hebrew
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Landau, Thon Wunsch, daß die Zeit bald kommen möge, wo wir die moralische Berechtigung haben, auszurufen: „Schma Israel, am Israel am echad. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Meyer Berlin (hebräisch): Das Wort hat Harr Dr. Osias Thon (BeiMl). Mitglied des Actions-Comites Dr. Osias Thon (mit lebhaftem Beifall begrüßt): Geehrter Kongreß! Ich möchte davon ausgehen, daß ich der Ueberzeugung Ausdruck gebe, daß wohl die weitaus überwiegende Mehrheit des Kongresses, und im Namen der Gruppe, in deren Namen ich hier spreche, kann ich es ausdrücklich betonen, daß die Mehrheit des Kongresses nach wie vor unerschütterliches Zutrauen hat zu den beiden besten Männern unserer Epoche des Judentums, zu unseren Führern Weizmann und Sokolow. (Beifall.) Wir wissen es und wir betonen es ausdrücklich, wir haben zwei Führer, die ihr Bestes getan haben, wir haben ganze, tiefe und hervorragende Persönlichkeiten in unseren Diensten gehabt, die sich ausdrücklich in den Dienst des Zionismus gestellt haben, und sicherlich unterlassen sie niemals etwas, was irgendwie geeignet wäre, unser Ziel zu fördern. Aber wir sagen: die Zionistische Organisation stellt sich hinter ihre Führer und fordert die Jewish Agency auf, bei der Mandatarmacht auf die volle Erfüllung des Inhaltes und des Geistes des Mandates zu dringen. (Beifall.) Denn es läßt sich nicht leugnen, und wir wollen es nicht leugnen, im Gegenteil wir wollen es ganz klar und laut sagen vor allen Instanzen der Welt, die in Betracht kommen, daß das Mandat seinem Geiste nach nicht so ausgeführt wird, wie wir zu erwarten berechtigt waren. Ich meine, man braucht bloß hinzuweisen auf das letzte Ereignis, das überaus kennzeichnend ist. Sind wir eine Agency, haben wir eine beratende Stimme beim Werke des Aufbaus Palästinas, dann ist es Pflicht und Schuldigkeit, ich möchte sagen Ehrenpflicht und moralische Schuldigkeit der Mandatarmacht, sich mit uns ins Einvernehmen zu setzen, wenn es zu solchen entscheidenden Fragen kommt wie der Ernennung eines High Commissioners. Das ist nicht geschehen. Den Präsidenten deswegen anzugreifen ist sinnlos; aber man kann sagen, die Mandatarmacht hat in dem Falle unser Recht verletzt, hat uns da in einer ganz unmöglichen Weise verletzt. Und dann gibt es ja so und so viele Postulate, die für uns von ungeheurer, von elementarer Bedeutung sind und die nicht durchgeführt werden, ich nenne bloß das Gemeindegesetz, auf das wir Jahr um Jahr warten. Allerdings, meine Herren, möchte ich sagen, daß wir selbst an diesem Zustande nicht ohne Schuld sind. Wie soll man der äußeren Welt, wie soll man der Mandatarmacht klar machen, die Ueberzeugung beibringen, daß diese Fragen für uns elementare Bedeutung haben, wenn wir selbst uns nicht scheuen, die Einheitsfront der jüdischen Gemeinschaft in 15 225