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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 222

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 222 (sequence 233)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476282--5932-3482078
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6. Sitzung: Generaldebatte mit dem Hinausschmettern von Protesten, mit dem Hinausschleudern von Proklamationen unser Ziel nicht erreichen werden. Man kann sich vielleicht aufregen, man kann derlei Fragen hinauswerfen und ich begreife ja, wenn man das tut, wenn die Leidenschaft sich Luft macht, man kann nicht immer ruhig sein, aber man muß doch, wie der Engländer sagt, reasonable sein, reasonable nicht der britischen Regierung gegenüber, nicht Sir Herbert Samuel und seiner Regierung gegenüber, aber den Führern unserer eigenen Organisation, den Männern, die an der Spitze unserer Bewegung stehen. Man kann von ihnen nicht erwarten, Unmögliches möglich zu machen. Ich werde nicht über meine politische Ansicht sprechen, aber wir haben keine Ursache, unsere Gefühle, und keine Ursache, unsere Gedanken, unsere Zweifel zu unterdrücken. Die palästinensische Regierung hat nur im Geiste der britischen Regierung gehandelt, Sir Herbert Samuel ist zwar ein guter Jude, aber ein Beamter der britischen Regierung, deren Instruktionen er respektieren und ausführen will. Die britische Regierung hat die Balfour-Deklaration, die wir als den Beginn der Erlösung ansahen, als einen Fetzen Papier behandelt. Welche Schmach, daß die Tore Palästinas durch längere Zeit geschlossen waren und geschlossen bleiben! Welche Schmach, daß ein Jude sein Nationalheim nicht betreten darf, wenn er kein Visum hat, wenn er nicht die Mittel zeigen kann, von denen er dort lebt! Welche Schmach, daß wir Juden nicht nur eine Minorität in Palästina bilden, sondern daß sich uns nicht die Möglichkeit bietet, eine Majorität zu werden! (Beifall.) Welche Schmach, welche Schmach, daß Amery, der Kolonienminister, der im Namen der britischen Regierung spricht, ganz offen sagen kann, daß die Juden nicht so bald und vielleicht nie eine Majorität im Lande bilden, daß sie nicht die Regierungsmacht in Palästina in Händen haben werden! Es ist ja möglich, und ich will auch der britischen Regierung gerecht werden, es ist ja möglich, daß Politiker oft Nein sagen, wenn sie Ja meinen. Es ist ja möglich, daß die britische Regierung es notwendig findet, die Araber, die aufgeregt sind oder die aufgehetzt werden, zu beschwichtigen, ihnen Versprechungen zu machen. Und es ist ja leicht möglich, daß die britische Regierung für die Zukunft andere und bessere Absichten hat. Was aber immer die Absichten der britischen Regierung sein mögen, wir können von den Führern unserer Bewegung nicht verlangen, daß sie mit ihren Köpfen die eiserne Wand der britischen Regierung einrennen. Wir können nicht verlangen, daß Weizmann und Sokolow und die andern von der britischen Regierung fordern, ohne daß sie die Macht haben, die Forderung durchzusetzen, weil sie sich dann nur lächerlich machen. Was wir heute brauchen, meine Herren und Damen, ist das einfache, verständige, kluge „Peace for penetration", das der Engländer immer fordert. Peace for penetration! Wir müssen langsam bauen, wir müssen lange kämpfen, Ländereien erwerben, wir müssen bei allen 222

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