Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 231)
- Language
- German, English, Hebrew
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6. Sitzung: Generaldebatte einer Majorität kämpft. Herr Halpern, Sie wissen doch sehr genau, daß der Mittelstand und das Kapital die Mehrheit nie schaffen kann. Es ist Ihnen doch sicher sehr gut bekannt, daß heuer, und zwar vor einem Monat, gewisse Arbeiten in Tel-Awiw unterbrochen werden mußten, weil es an Arbeitern mangelte. Sie wissen doch, daß es in Jerusalem und in den Kolonien an Arbeitern fehlt, weil wir keine Chaluzim haben, da man ihnen die Einwanderung unmöglich macht. Die zionistische Leitung hat Zirkulare ausgeschickt, man solle die Einwanderung von Chaluzim unterstützen; aber die Palästinaämter unterstützen nur diejenigen, die Mittel haben. Ist das kein Widerspruch? „Da hast du ein Zertifikat und mache dich auf den Weg; aber auch Geld sollen wir ihm noch geben?'4 Wir haben auch wirklich kein Geld; wenn wir die Regierungsabgaben hätten, könnten wir etwas tun. Und wir sagen euch, in Rußland haben wir einen sehr wertvollen Schatz, der in Sibirien verfault, und das sind unsere verbannten Chawerim. Nur dreizehn Prozent dieses idealistischen und zionistischen Rußland konnte~m den letzten acht Monaten nach Palästina einwandern. Ich weiß, wenn ich mit einem andern Vorschlag gekommen wäre, wenn ich verlangt hätte, daß man unseren Märtyrern in Rußland, die dem Zionismus treu geblieben sind, einen Gruß übermittle (stürmischer Beifall), dann hätten Sie wahrscheinlich alle, von rechts und links, diesem Vorschlag mit Begeisterung zugestimmt; aber, meine Lieben, diese Leute verlangen etwas mehr, sie verlangen Zertifikate, Einwanderungsmöglichkeiten. Sie fordern von euch und von dem Kongreß konkrete Hilfe und keine Telegramme. Ich will jetzt nicht auf die Frage der Machlakoth Awodah eingehen, ich will nicht Herrn Gottlieb auf seine Behauptungen in Bezug auf die Prüfungen der Machlakoth Awodah antworten. Man befreie die Immigration von Beschränkungen, dann werden wir uns ersparen können zu prüfen, wer besser und wer schlechter ist. Herr Gottlieb, Sie haben hier vorgeschlagen, daß man die Machlakoth Haawodah abschaffen soll, und darauf gibt es eine einfache Antwort. Herr Gottlieb sagt, daß man früher die Machlakoth Haawodah brauchte, daß einmal andere Zeiten in der Alijah waren. Herr Gottlieb, es waren drei Jahre, wo Sie gegen die Einwanderung waren, wo auch die Leitung gegen die Einwanderung war; damals haben wir allein, ohne eure Hilfe, alle Schwierigkeiten und Hindernisse überwinden müssen. Jetzt, zur Zeit der großen Einwanderung, wo sind Sie? Sie kennen die politische Seite der Frage, Sie wissen, daß die Mandatskommission nach der Qualität der Einwanderer fragt. Wo ist Ihr Interesse für Hachscharah? Ich möchte die Leitung, die von der Herstellung des Gleichgewichtes zwischen Dorf und Stadt spricht, eines fragen: Auf dem 13. Kongreß hat man sich mit der Frage der Schechunoth-Owdim be- 220