Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 227)
- Language
- German, English, Hebrew
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6. Sitzung: Generaldebatte in der offiziellen Regierungszeitung in Palästina veröffentlicht worden ist. Diese Alijah-Verordnung, die uns schon auf dem 13. Kongreß von Dr. Weizmann angekündigt wurde, von der er behauptete, daß sie unsere Rechte in größerem Maße berücksichtigen und eine Möglichkeit einer größeren Einwanderung geben werde, diese Alijah- Verordnung ist gegenüber den bisherigen Zuständen eher eine Verschlechterung. Wir dürfen und können auf unsere Rechte auf das Ostjordanland, auf diesen fruchtbarsten Teil Palästinas, keinesfalls verzichten. Dabei möchte ich fragen: Was hat die zionistische Leitung getan, damit uns die Alijah-Verordnung von 1925 die freie Einwanderung nach dem Ost jordanlande sichere? Warum soll das jüdische Volk, das nach Palästina geht, nicht dieselben Rechte wie die Araber haben? (Beifall.) Ich meine damit natürlich nicht, daß man die Araber irgendwie in ihrem Rechte auf freie Einwanderung beeinträchtigen soll. Wir sind für die freie Einwanderung, aber wir können den Leichtsinn der zionistischen Leitung nicht verstehen, daß, trotzdem sie einen Monat Zeit hatte, um gegen diese Verordnung zu protestieren — am 15. Juni ist die Verordnung veröffentlicht worden und am 15. Juli konnte man noch Einspruch gegen sie erheben —-, der zionistischen Oeffentlichkeit gar nicht bekannt wurde, daß die zionistische Leitung hiezu Stellung genommen hätte. Diese Verordnung vom Jahre 1925 bringt auch Gefahren für unser Bürgerrecht in Palästina mit sich. Wir werden als Fremdlinge in Palästina hingestellt. Wie ist die prinzipielle Stellung der Leitung zu dieser Frage? Wir haben seinerzeit das Weißbuch unterschrieben und seither unterzeichnen wir jede Verordnung, die veröffentlicht wird; auch jetzt, als diese Verordnung herausgegeben wurde, die das Schicksal der jüdischen Einwanderer ins Land einem einzigen Beamten der Palästinaregierung überantwortet, haben wir keinen Gegenvorschlag der zionistischen Leitung gehört. Hat sie gar keine Vorschläge? Hat sie im Laufe der letzten zwei Jahre über die Frage der Einwanderung gar nicht nachgedacht? Warum? Es sind doch seither schon zwei oder sogar fünf Jahre vergangen. Ich frage daher: wo sind die Projekte der zionistischen Leitung zur Frage der Regulierung der Einwanderung in unserem Sinne? Man kann doch wenigstens verlangen, daß wir der Regierung etwas vorschlagen sollen. Wo ist der positive Vorschlag der zionistischen Leitung in dieser Frage? Wo ist wenigstens der Versuch, gegen die fortwährende Beschränkung unserer Rechte aufzutreten? Wir werden, Palästina wird in der englischen Politik genau wie andere Länder des Kolonialreichs behandelt, und wir können mit vollem Rechte den Vorwurf erheben: ein Chaluz, der jahrelang gearbeitet hat, um sich auf das Leben in Palästina vorzubereiten, oder ein Jude, der eine in dreißig oder vierzig Jahren erarbeitete Position im Galuth hinter sich läßt, um die Mühen und die Gefahren Palästinas zu tragen, wenn dieser Jude nach Palästina fahren will und es ihm auch schon gelungen ist, ein Zertifikat, 216