Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 226)
- Language
- German, English, Hebrew
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Mereminski Voraussetzungen und Prinzipien des Weißbuches. Ich glaube, daß diese Frage auf diesem Kongreß erörtert und erledigt werden muß. Präsident Sokolow hat uns vor drei Jahren, auf der Jahreskonferenz in Karlsbad, erklärt, daß dieses Dokument nicht mehr als eine vorübergehende Interpretation ist. Ich weiß nicht, was die Zionistische Organisation dazu zwingt, am Weißbuch festzuhalten, auch dann, wenn Beschränkungen, wenn weitgehende Beschränkungen unserer Arbeit im Lande das Ergebnis sind. Das ist für die Regierung offenbar gleichbedeutend damit, daß die Jewish Agency auf ihr Recht, sich an der Regierung in Palästina zu beteiligen, verzichtet hat. Das sagt die Erklärung vom 3. Juni, die abgegeben wurde, nachdem man das Weißbuch unterschrieben hatte, und das ist das Bewußtsein der englischen Politik. Es ist unleugbar, in England ist dieses Bewußtsein vorhanden, daß wir selbst, die Jewish Agency, mit derartigen Beschränkungen einverstanden sind. Dieses Weißbuch muß jetzt zur Diskussion gestellt werden. Herr Dr. Weizmann ist vor die politische Frage gestellt worden, es nicht zuzugeben, daß man sich an dieses Dokument halte. (Beifall.) Der Bericht der zionistischen Leitung an den Völkerbund ist, genau wie ihre sonstige Politik, in einem Tone der Demut gehalten. Unsere Politik war keine Kampfpolitik. Sie müssen doch verstehen: Wenn man sich auf den Standpunkt Doktor Weizmann stellt, daß wir nicht mehr als ein Objekt der Politik sind, daß auch die Amerikaner schon Palästina beeinflussen können oder daß Palästina, das jüdische Palästina, von den Reichen kommen wird und das jüdische Volk, das an dem Aufbau Palästinas arbeiten will, gar keinen Einfluß auf die internationalen Faktoren hat, dann sind wir doch überhaupt machtlos. Oder wie Herr Sokolow es sagte: Wir müssen einsehen, daß England die zionistische Bewegung für seine Zwecke auszunützen bestrebt ist, daß wir nur eine Waffe in seinen Händen sind, und deshalb müssen wir vor allem unsere Arbeit und unsere Politik in der Richtung führen, daß wir auch für den Aufbau unseres nationalen Heimes daraus Nutzen ziehen können. Die Erklärung Amerys ist von der zionistischen Bewegung stillschweigend aufgenommen worden. Wir haben keinen Protest der zionistischen Leitung wegen der Erklärung, daß wir immer eine Minderheit im Lande sein werden, und wegen der anderen Erklärungen Amerys gehört. Die Frage von Samuels Abgang möchte ich hier nicht behandeln. Meiner Meinung nach hat sich trotz seines Abganges die Politik nicht geändert. Es ist dieselbe englische Politik, die vom Aufbau des nationalen jüdischen Heimes spricht und gleichzeitig diesem Aufbauwerke alle möglichen Hindernisse in den Weg legt. Das letzte Dokument, das letzte Abschiedsdokument, das letzte „Schalom" Samuels, den man den ersten jüdischen High Commissioner nannte, ist die Alijah-Verordnung 19 2 5, die am 15. Juni 215