Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 224)
- Language
- German, English, Hebrew
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Niemirower Produzent auf das Land gebracht wird. Dadurch können wir eine wirkliche Erlösung unserem Volke bringen. Und nationale Arbeit: Wir sind nicht gegen die Privatinitiative, aber gegen den Mißbrauch, gegen die Spekulation im Bodenkauf, und wir begrüßen es, was Dr. Ruppin hier gesagt hat, und wir wollen uns dafür einsetzen, daß seine Anträge angenommen werden, die verhüten, daß Bodenspekulation getrieben wird, denn es handelt sich hier um nationalen Boden. (Beifall.) Wir sind nicht gegen die Olim, wenn es aber diese vierte Alijah bewirken sollte, daß wir das Interesse für die landwirtschaftliche Kolonisation verlieren oder daß es vermindert werden sollte, wenn wir zur Bodenspekulation gelangen, dann wird man nicht von einer „Alijah", sondern von einer „Jeridah"*) sprechen müssen. (Beifall.) Wenn dieser Kongreß nach dieser Richtung hin versagen sollte, so wird er nicht, wie Weizmann und Sokolow gesagt hat, ein Kongreß der Alijah, sondern er wird ein Kongreß der Jeridah sein. Wir dürfen das unter keinen Umständen zulassen. Und ebenso und im Zusammenhang damit ist das zu verstehen, was Weizmann von der nationalen Arbeit gesagt hat. Ich bin überzeugt, daß ernstlich keiner gegen den Arbeiter, gegen den Chaluz ist, aber daß nur davon gesprochen wird, daß nur ein Mißton hereingebracht wird, ist schon eine Versündigung. Wir alle, auch diejenigen, die nicht zufrieden sind mit so manchem in der Führung und die bei den Chaluzim aus religiösen Motiven und andern manches, vielleicht vieles anders wünschen würden, auch wir können nicht zulassen, können nicht zugeben, daß irgendwie das Verdienst, die Anerkennung des Chaluz leidet. Mit dem Chaluz machen wir alles, der Chaluz ist die beste Propaganda, der Chaluz ist die größte Schöpfung des Zionismus. (Beifall.) Wir begrüßen es, daß in der letzten Zeit in stärkerem Maße traditionstreue Elemente den Weg nach Erez Israel gefunden haben, die Chaluzim des Misrachi und die Chaluzim der Chassidim. Auf drei Dingen baut sich unsere zionistische Sache auf; sie sind: die nationale Kultur, die natürlich in erster Reihe in unserer Thora ihren Ausdruck findet, in der Ueberlieferung, in der Tradition des jüdischen Genius; das nationale Land und die nationale Arbeit. Diese sind es, denen, um der Zukunft willen, die Arbeit in Erez Israel dienen muß, die sich aus der Religion darstellt, als die Religion der Arbeit, die Religion der Kultur, die Religion der Geulath Haarez, die Religion des Landes. So lange diese drei Säulen unseres Werkes feststehen, werden wir weiter gedeihen und wir werden auf dieser Grundlage die Organisation aufbauen können. (Lebhafter Beifall.) *) Wortspiel: „Alijah" bedeutet „Immigration", aber auch „Aufschwung"; „Jwidah" bedeutet „Niedergang". 213