Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 212 (sequence 223)
- Language
- German, English, Hebrew
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6. Sitzung: Generaldebatte wir das als ein Versprechen betrachten, daß man in dieser Vernunftehe — manche nennen es eine Unvernunftehe —, daß diese Punkte gehalten werden, so können wir uns in diesem Momente anschließen und können für diese Forderungen stimmen, die uns unser Führer stellt. Dieses Programm, das entfaltet worden ist, ist nun dasjenige» welches vom Block der allgemeinen Zionisten festgelegt wurde, und dieses ist es, welches uns im einzelnen leitet. Nationale Sprache: Wenn wir auch darunter verstehen, daß das Jüdische» welches von Millionen Juden gesprochen wird, in welchem Millionen Juden ihre Gefühle und Gedanken ausdrücken, wenn wir auch verstehen, daß wir in der Diaspora nicht gegen das Jüdische sein können, aber Erez Israel ist ja unser nationales Heiligtum, und darum liegt ein Punkt, ein wesentlicher Punkt in der hebräischen Sprache» der Sprache unserer Propheten, der Sprache unseres Volkes, der Sprache, in der sich der jüdische Genius am klarsten, am sichersten» am schnellsten offenbart hat; diese Sprache ist die Sprache nicht der Väter, sondern der jüdischen Kinder, sie muß die Sprache der Gegenwart sein. Das ist meine Ansicht, daß uns bei jeglicher Abmachung die absolute Sicherheit geboten werden muß, daß dann nichts kommt, was irgendwie die hebräische Sprache verdrängt oder die hebräische Sprache in anderem Geiste modelt. Denn es muß eine nationale Sprache, es muß eine einzige nationale Sprache in Erez Israel sein. (Beifall.) Nationales Land: Meine Damen und Heiren, wir haben Verständnis für die Notwendigkeiten der Situation und wir begreifen, daß man auch für die Industrie etwas tun muß, wir verstehen, daß man jenen Olim, die gekommen sind, und jenen, die kommen und kommen werden, die gezwungen waren» hinzukommen, daß man diesen irgendwie helfen soll. Ich habe eigentlich von den Rednern, die so pathetisch hier gesprochen haben, gar nicht konkret gehört, was sie eigentlich wollen, wie man ihnen helfen soll. Es muß aber sein — das muß betont werden —, daß die Eroberung des Landes, daß die landwirtschaftliche Kolonisation die Grundlage des Ganzen ist, und es wirkt verheerend, wenn irgendwelche Versuche gemacht werden, irgendwie in dieser Richtung hin eine Verhinderung der Tätigkeit unter Betonung des Augenblicksinteresses eintreten zu lassen. Wir haben verstanden, als Ussischkin zu uns kam und uns gezeigt hat, welche Gefahren uns drohen, wenn wir nicht rechtzeitig so viel Land als möglich erobern, und wir werden nicht zulassen, daß durch irgendwelche anderen Interessen, die unbegründet sind, diese Tätigkeit irgendwie geschmälert wird. Denn der Boden ist die sichere Basis, mit dem Boden muß der Jude in feste Verbindung kommen, um der Herr des Landes zu bleiben. Die Erneuerung des jüdischen Volkes kann nur durch die Beschäftigung mit der landwirtschaftlichen Kolonisation und mit der Bodenarbeit verwirklicht werden. Der Weg der Entwicklung zur Umschichtung ist nur dadurch gangbar, daß der Jude, der heute ein Städter ist, als 212