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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 202

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 202 (sequence 213)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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5. Sitzung: Generaldebatte politische Idee des Zionismus, die Auffassung, daß der Zionismus nichts anderes ist als der Aufbau eines Staates. In dem Moment, wo man dem Zionismus diesen seinen Inhalt nimmt, bleibt er leer, inhaltslos. In unserer Beziehung zu all dem, was jetzt in Palästina getan wird und was in Zukunft gemacht werden wird, müssen wir uns immer diesen zentralen Gedanken vor Augen halten. Diese Auffassung des Zionismus stellt an uns eine Forderung: eine jüdische Majorität in Palästina zu schaffen. Wir glaubten, daß wir alle diese Auffassung als das A-B-C, als die Hauptgrundlage der zionistischen Bewegung auffassen. Aber da haben wir vom offiziellen Referenten des Kongresses, der Geheimnisse zu enthüllen glaubte, etwas ganz anderes gehört, indem er Angriffe gegen jenen Teil des jüdischen Volkes richtete, der einzig und allein geeignet ist, die jüdische Mehrheit in Palästina zu schaffen. Von dem Gedanken der jüdischen Mehrheit in Palästina ausgehend, trat er gegen den jüdischen Arbeiter in Palästina auf, indem er eben diesen Gedanken für seine Zwecke mißbrauchte. Gestatten Sie mir, Herr Dr. Halpern, Ihnen von vornherein zu sagen: wenn der Gedanke einer jüdischen Majorität in Palästina kein trügerischer Gedanke sein soll und wenn man damit niemandem etwas vortäuschen will, kann eine jüdische Majorität in Palästina nur durch eine arbeitende jüdische Majorität im Lande geschaffen werden. (Beifall links; Zwischenrufe: Vierzig Familien pro Jahr!) Wenn Sie glauben, daß man nur vierzig Familien im Lande ansiedeln kann, in Dorf und Stadt, dann wehe eurem Zionismus! (Beifall.) Es ist eine Schande, wenn man den jüdischen Arbeiter zu verleumden versucht, indem man behauptet, daß er die Einwanderung von Juden, die keine Arbeiter sind, scheel ansieht. Mit der Behauptung, daß die Arbeiter die neue Alijah mit scheelen Augen betrachten, verleumden Sie diejenigen Leute, die für die vierte Alijah, für die Massen von Juden, die jetzt ins Land kommen, den Weg gebahnt und vorbereitet haben. Habt ihr vielleicht den Weg frei gemacht für diese Alijah? Für die tausende von Einwanderern, die sich im Lande eingeordnet haben und in den Reihen der jüdischen Arbeiterorganisation im Lande stehen? (Stürmischer Beifall.) Der Mittelstand, von dem ihr (nach rechts gewendet) mit solchem Stolze sprecht, das sind unsere Mütter und Väter, die wir ins Land gebracht haben. (Unruhe, lebhafte Zwischenrufe, Beifall; Rufe des Misrachi: Wir haben euch das Geld gegeben!) Vorsitzender Vizepräsident Motzkin (das Hamm erreichen gebend): Ruhe. Ruhe! Ich bitte um Ruhe. Ich verstehe gar aidcht, wariujni Sie dien Redner stören! Delegierter Ben Gurion (fortfahrend, nach rechts gewendet): Mit solchen Mitteln werdet ihr die Wahrheit nicht aufhalten. (Großer Lärm beim Misrachi.) 202

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