Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 212)
- Language
- German, English, Hebrew
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Suprasky, Ben Gurion Beamte vor ihm weinte und ihn geradezu anflehte und ihm folgendes sagte: „Ich kann doch diesen Leuten gar nicht sagen, daß sie in das Land der Verfolgungen zurückkehren sollen; sage du es deinen Brüdern selbst." Und er sagte nein. Man hat die Leute zurückgeschickt. Es war natürlich eine ungeheure Aufregung, und als dann noch ein zweites Schiff kam, ist es dank den Bemühungen der vereinigten Kreise des Jischuw im Lande gelungen, trotz des Widerstrebens des genannten Beamten eine Erlaubnis für diese Leute zu bekommen, daß sie landen können. Und dieser Beamte wagte noch uns zu sagen: „Wenn die Sache in meiner Hand gewesen wäre, dann hätte ich die Leute deportieren lassen." Solche Beamte gibt es in Palästina, die zonistische Leitung weiß es und tut nichts, um diese Beamten, welche sich derart verhalten, aus dem Lande zu bringen. Und nun möchte ich zusammenfassend sagen: Das jüdische Volk hat seine Aufgabe erfüllt, unsere innere Regierung hat ihre Aufgaben nicht erfüllt, die Landesregierung aber in noch kleinerem Maße als die erstere. Und wenn wir wollen, daß die Alijah weitergeht — und wir hoffen, daß sie trotz des Widerstrebens derjenigen, die sie nicht wünschen, weitergehen wird —, dann müssen die zwei andern Faktoren, sowohl unsere Regierung als auch die Landesregierung, ihre bisherige Stellung ändern. (Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Das Wort hat Herr Ben Gurion (anhaltendar Beifall) Delegierter D, Ben Gurion (von lebhaftem Beifall der Linken begrüßt — hebräisch): Geehrter Kongreß! Ein wichtiges Ereignis, das meiner Meinung nach von großer Bedeutung für die zionistische Bewegung sein wird, ist heute nachmittags vorgefallen und deshalb habe ich zu meinem Bedauern heute an den Beratungen des Kongresses nicht teilnehmen können. Dieses Ereignis war die Vereinigung aller Teile der zionistisch-sozialistischen Bewegung zu einem Verband. Ich werde daher an der Polemik, die heute hier stattgefunden hat, nicht teilnehmen und auch nicht auf diejenigen Schmähungen antworten, die sich manche Leute vorzubringen erlauben, ebensowenig wie auf all die Anschuldigungen, die von dieser Tribüne aus erhoben wurden, daß die palästinensische Arbeiterschaft täglich Ueberfälle organisiere. Alle diese Beschuldigungen und Lügen weise ich mit Entrüstung und Abscheu zurück (Beifall) und ich glaube, daß sie nichts anderes verdienen als eine solche Antwort. Es gibt einen zentralen Gedanken in der zionistischen Bewegung, von dem wir uns sowohl bei der Beurteilung unserer Vergangenheit, der paar letzten Jahre, wie auch bei der Beurteilung der gegenwärtigen Lage und der Lagen, die sich für uns in Zukunft ergeben werden, leiten lassen sollen. Dieser zentrale Gedanke ist die 201