Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 211)
- Language
- German, English, Hebrew
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5. Sitzung: Generaldebatte Delegierter Suprasky (fortfahrend): Seit Monaten verlangt der palästinensische Jischuw Boden für die Alijah, verlangt die Schaffung von Arbeitsämtern durch die Kehilloth, bezw. durch die Stadtverwaltungen, die Schaffung eines zentralen Arbeitsamtes durch den Waad Leumi, er verlangt, daß die Macht nicht in den Händen einer Partei liege, sondern sich in den Händen eines durch das ganze Volk gewählten Institutes befindet, aber die Gegenpartei will darauf nicht eingehen. (Zwischenrufe.) Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Herr Mereminski, stören »Sie nickt den Redner! Delegierter Suprasky (fortfahrend): Meine Herren, Sie kennen wohl die Stellung, die Ben Gurion in einer Sitzung des Waad Leumi eingenommen hat, als wir damals gegen seinen Antrag waren. Er stört die Einwanderung, er verhindert es, daß jüdisches Privatkapital nach Palästina kommt und er ist der größte Feind der Erweiterung des jüdischen Jischuw in Palästina. (Rufe: Heuchelei!) Diese Forderung nach Schaffung eines zentralen nationalen Vermittlungsamtes für alle Arbeitskonflikte, die Forderung, die Massen der Einwanderer von der Diktatur eines Teiles des Jischuw zu befreien, ist eine grundlegende Forderung, ohne deren Erfüllung das Land sich nicht entwickeln und die Einwanderung nicht steigen kann. Die zionistsche Leitung hat bis heute in dieser Frage nichts getan und wir fordern nun — (Auf einen Zwischenruf:) zu meinem größten Bedauern kennen Sie die Sache nicht. Wir verlangen, daß die kommende Exekutive es auf sich nimmt, die Macht im Lande nicht in die Hand eines Teiles des Jischuw zu legen, sondern eine zentrale nationale Stelle zu schaffen, die sich in gleicher Weise zu allen Teilen des Jischuw, zu den Arbeitern und Arbeitgebern, verhält. (Beifall.) Was den dritten Faktor anbelangt, die palästinensische Regierung, so will ich darüber nicht viel sprechen. Ich möchte nur die Aufmerksamkeit der Kongreßmitglieder auf eine Sache lenken. Wir haben in Palästina ein Privileg, und zwar, daß auch Juden als Regierungsbeamte angestellt werden. Wir legen auf diese Forderung besonderes Gewicht. Aber es wird zu wenig Aufmerksamkeit der Tatsache geschenkt, daß es unter den jüdischen Regierungsbeamten in Palästina Leute gibt, die uns gegenüber feindlich sind und uns die größten Hindernisse in der Alij ah bereiten, und ich möchte noch betonen, daß man solche Beamte in einem andern Lande gar nicht dulden würde. (Beifall.) Vor einem Jahre sind zwei Schiffe mit Einwanderern aus Rußland gekommen. Diese Leute sind aus dem Lande der blutigen Verfolgungen geflüchtet, und ein Regierungsbeamter, ein jüdischer Regierungsbeamter, hat sich bemüht zu erreichen, daß man diese Leute nach Rußland zurückschickt, trotzdem der englische 200