Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 209)
- Language
- German, English, Hebrew
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5. Sitzung: Generaldebatte vierten Alijah bei ihrer Ansiedlung und Einordnung im Lande hätte beistehen müssen, nicht sagen. Die Zionistische Exekutive hat Ihnen den Bericht ihrer Tätigkeit in den letzten zwei Jahren und auch in den letzten fünf Jahren vorgelegt. Sie wissen, daß die größten Ausgaben aus den Mitteln, die wir für Palästina seit der Zeit nach der Eroberung des Landes durch die Engländer sammelten, aus den Geldern, die von denjenigen Juden, welche jetzt zwecks Ansiedlung nach Palästina einwandern, gesammelt wurden, daß die größten Ausgaben für das landwirtschaftliche Budget gemacht wurden. Und wenn Sie den Bericht studieren werden, dann werden Sie sehen, daß vielleicht zwei Prozent und vielleicht noch weniger als das von all den Riesensummen von Hunderttausenden von Pfund für die Ansiedlung von Familienvätern ausgegeben wurden und alle restlichen Gelder sind für die Ansiedlung von Arbeitern in Palästina verwendet worden. Es gibt Leute, die behaupten, daß es damals keine jüdischen Familienväter in Palästina gab, die sich der Landwirtschaft widmen wollten, aber meiner Meinung nach ist dieser Vorwurf ganz unberechtigt. Schon im Jahre 1920, als die dritte Alijah angefangen hat,, gab es in Tel Awiw eine Organisation der neuen Einwanderer, unter denen sich 380 Familien befanden, die sich zwecks Ansiedlung auf dem Lande zusammengeschlossen hatten. Es waren Leute da, dieüber ein Barvermögen von 500 bis 800 Pfund verfügten, nur war es sehr schwer, mit diesem Gelde für eine Ansiedlung das Auskommen zu finden, da der Bodenpreis und die Preise für lebendes und totes Inventar, wie auch die Baukosten damals in Palästina sehr hoch waren. (Zwischenrufe: Das ist nicht richtig!) Bei hunderten Familien war damals der Wille vorhanden, zur Landwirtschaft überzugehen, nur ist von Seiten der zionistischen Leitung gar nichts getan worden,, um diesen Leuten bei der Einordnung in der Landwirtschaft beizustehen. Und nun haben wir in Palästina eine lokale Institution, und zwar das Landeskomitee für Fragen der Einwanderung, welches, vom Waad Leumi ins Leben gerufen wurde, und wir haben eine Liste von hunderten von Familien, die sich schon seit einem halben Jahr in Tel Awiw befinden und eine Möglichkeit der Ansiedlung auf dem Lande abwarten. Der größte Teil dieser Familien hat sich schon im Galuth mit landwirtschaftlicher Arbeit beschäftigt — sie arbeiteten in der Gärtnerei, in der Milchwirtschaft, in Obstgärten usw. — und sie haben auch die nötigen Mittel. Aber alle Anstrengungen der erwähnten lokalen Institution, diesen Leuten bei ihrer Ansiedlung zu helfen, waren bis heute von keinem Erfolg. Und wenn Sie nun glauben, daß die zionistische Leitung und die führenden Kreise unserer kolonisatorischen Arbeit in Palästina, die einen Einfluß auf die zionistische Leitung haben, daran gedacht haben, in Zukunft diese Einwanderer besser zu behandeln, dann müssen Sie nur die- Budgetaufstellung lesen, und Sie werden finden, daß man von 220.000 Pfund im ganzen 20.000 Pfund für die Ansiedlung von 198