Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 207)
- Language
- German, English, Hebrew
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5. Sitzung: Generaldebatte Ihr habt also eine ganze Reihe von Bedenken in bezug auf die Masseneinwanderung nach Palästina gehört, und ich möchte, daß ihr auch den Grund zu all diesen Bedenken kennen lernt. Es wird behauptet, daß Zahlen mehr als alles andere überzeugend wirken können. Acht Millionen Pfund haben die neuen Einwanderer in Palästina investiert, und die Hälfte davon ist für Arbeitslohn ausgegeben worden, für Arbeitslohn in Stadt und Dorf, für Bauarbeiten und Industrieanlagen. Sie müssen weiters in Betracht ziehen, daß es in Palästina eine Zeit gab, und zwar noch vor sechs Jahren, da benützte das jüdische Privatkapital für seine Arbeiten noch nichtjüdische Arbeitskräfte. Noch vor sechs Jahren sind von je zehn Häusern, die man in Tel Awiw baute, acht Häuser von nichtjüdischen Arbeitern gebaut worden; und jetzt, nachdem diese Einwanderung eingesetzt hat, werden in fast allen Arbeitszweigen, sowohl in der Stadt wie im Dorf, sowohl für Bauarbeiten wie auch in der Industrie;, einzig und allein auf Grund der freien Entschließung der Olim jüdische Arbeitskräfte verwendet. (Beifall.) Und Sie müssen weiter in Betracht ziehen, daß die jüdische Arbeit — und das ist ganz natürlich — daß diese Arbeit zweimal soviel kostet wie die nichtjüdische Arbeit. Noch mehr: von den vier Millionen Pfund, die das jüdische Privatkapital im Laufe dieser sechs Jahre in Palästina investiert hat, davon hat es zwei Millionen Pfund als Steuer für die Zwecke der jüdischen Arbeit gezahlt. Wenn Sie diese Zahlen richtig einschätzen, dann werden Sie zu dem Schluß kommen, daß das ganze jüdische Volk in allen Ländern der Welt 1,700.000 Pfund für den Keren Hajessod gesammelt hat, die Leute dagegen, die nach Palästina gegangen sind, sich dort angesiedelt haben und am Aufbau des Landes arbeiten, zwei Millionen Pfund für die jüdische Arbeit ausgegeben haben. Diese Zahlen sind bezeichnend und sagen sehr viel. (Zwischenrufe und Beifall.) Es gibt noch sehr lehrreiche Tatsachen, von denen diejenigen, die die Lage im Lande nicht kennen, nichts wissen. Diese zehntausende Juden, die sich in Palästina angesammelt haben und von denen gewisse Kreise aus politischen Gründen behaupten, daß sie Preistreiber und Spekulanten sind, die gar keine produktive Arbeit in Palästina leisten, diese zehntausende von Leuten haben in Palästina hunderte von Werkstätten und eine ganz ansehnliche Anzahl Fabriken eingerichtet (Zwischenruf links: Mit arabischer Arbeit!), und es gibt heute zahlreiche kleinere und größere Unternehmungen, die in Tel Awiw und anderen Orten des Landes arbeiten; und das ist eben das Ergebnis der Anstrengungen und der Schaffenskraft der dritten und vierten Alijah. Diese Alijah hat nicht nur Geld und Leute ins Land gebracht, sondern sie schafft auch Verdienstmöglichkeiten für die Arbeiter des Landes, also für diejenigen, die Gegner des Privatkapitals und Gegner der Privatinitiative in Palästina sind. Es müßte meiner Meinung nach einmal richtig erkannt werden, daß die palästinensische Arbeiterschaft, die 196