Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 200)
- Language
- German, English, Hebrew
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Lipsky, Reich ihren Sitz in Palästina hätte, in bezug auf ihren moralischen Einfluß, ihre Autorität und ihre Leistungsfähigkeit auf ein weit höheres Niveau gelangen, als sie jemals in der Diaspora erreichen könnte. Ich unterbreite diese Gesichtspunkte dem Kongreß zu gewissenhafter Erwägung. (Wenn Sie nicht verstehen, werden Sie sogleich eine deutsche Uebersetzung erhalten.) Was immer die Entscheidungen sein mögen, wir sind sicher, daß wir unter den hoffnungsvollen Auspizien, unter denen dieser Kongreß in seine Beratungen getreten ist, einen bedeutenden Schritt vorwärts machen werden in der Lösung der schweren Probleme, vor denen wir stehen. (Lebhafter, lang anhaltender Beifall.) Schriftführer Dr. Mossinsohn übersetzt Lipskys Rede das Hebräische. Vorsitzender Vizepräsident Dr. Wise: Herr Israel Cohen wird die Rede tdpskys ins -Deutsche übersehen. Hera Cohen! Sekretär Israel Cohen: Geehrte* Konga-eß! Ich werde <Iie E»ede -des He-m-n Lipskys nur kairz ins Deutsehe überheizen (beginnt die deutsche Uebersetaung. Dann, auf einen Zwischenruf): Es freut mich, da3 Sie jejtzt diie 'deutsche Ueberse-tzimg> schriftlich erhalten haben, somit kann ich meine Uebersetzrang absehließen. Vorsitzender Vizepräsident Dr. Wise: Das Wort hat Dr. Reich. Mitglied des Actions-Comites Dr. Leon Reich (mit Beifall begrüßt): Seitdem ich mich hier in dieser Stadt befinde, um am Kongresse teilzunehmen, werde ich von verschiedenen Delegierten mit Fragen bestürmt, welcher Richtung ich und meine Freunde, welcher Richtung wir Delegierten aus Ostgalizien angehören. Und als ich dem Repräsentanten der einen Seite sagte: „Wir können uns Euch nicht anschließen, weil ihr gegen die Landwirtschaft oder gegen die Arbeiterschaft auftretet11, so sagten sie uns: „Lasset euch doch nicht solche Bärengeschichten aufpelzen, denn wir waren und sind immer die Fürsprecher der Landwirtschaft und der Arbeiter." Und als wir den andern erwiderten: „Wir können uns nicht ganz für euch einsetzen, weil ihr gegen die vierte Alijah und gegen den Mittelstand, gegen das Bürgertum auftretet", da sagten sie: „Das ist Unsinn, denn wir waren und sind diejenigen, die sogar in Palästina die Postulate des Bürgertums und des Mittelstandes förderten." Und somit stand die Antwort für uns bereit, daß wir in diesem Falle keiner Richtung angehören wollen, denn wir sehen nicht die Differenz. Und wenn heute hier Herr Farbstein im Namen des Misrachi zusicherte, daß seine große Gruppe ganz für die Arbeiterschaft ist, und Dr. Gottlieb von hier die Versicherung abgab, daß die große Eth Liwnoth-Gruppe für die Landwirtschaft eintritt und vollständig den Sinn der Landwirtschaft begreift, wenn andererseits Herr Arlosoroff heute einen großzügigen Zionismus verlangte, ohne Rücksicht 189