Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 198)
- Language
- German, English, Hebrew
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Lipsky rer Auffassung vom jüdischen Leben auch unter jenen durchzusetzen, die mit uns zusammen die Verantwortlichkeit in der Jewish Agency tragen sollen. Die Durchführung dieses großzügigen Planes nimmt einen Zeitraum in Anspruch, dessen Ausdehnung nicht genau fixierbar ist. Die praktische Organisation kann ein Jahr, zwei Jahre oder mehr erfordern, aber die intellektuelle und soziale Seite der Sache muß im Lichte einer schrittweisen Entwicklung betrachtet werden, bei der viele Dinge eine bedeutende Rolle spielen müssen. Ks steht hier ein Feldzug bevor, der zeitweise Rückschläge erfahren kann. Es können Meinungsverschiedenheiten auftauchen, die zu einer zeitweiligen Lähmung des Geistes der Mitarbeit führen können, aber die Aktion muß fortgesetzt werden, über alle Hindernisse hinweg, mit Geduld und Glauben, um schließlich doch zu ihrem Ziele zu führen, zum jüdischen Volk, das im Wiederaufbau seines nationalen Lebens vereinigt ist. Deswegen muß die amerikanische Delegation bei diesem Kongreß ohne Zögern die Vorschläge der Exekutive unterstützen, in denen sie Ermächtigung dazu verlangt, zur Einberufung des Councils der Jewish Agency fortzuschreiten. Das Problem der vierten A 1 i j a h steht zum erstenmal auf unserer Tagesordnung. Wir finden uns in Uebereinstimmung mit den Konklusionen, zu denen Dr. Halpern kam, wenn auch viele von uns sich in der Argumentation von ihm unterscheiden; wir betrachten die landwirtschaftliche Kolonisation als den grundlegenden und unentbehrlichen Bestandteil unserer nationalen Entwicklung. (Lebhafter Beifall.) Aber das Problem der vierten Alijah sollte frei von Vorurteil und Dogmatismus behandelt werden. Die vierte Alijah stellt den Beginn einer neuen Aera schöpferischen, ökonomischen Lebens für die Grundlagen unseres Nationalheims vor. (Beifall.) Dieses Element kann nicht ausgeschaltet oder ignoriert werden, es dürfen keine Hindernisse in den Weg seiner Entwicklung gelegt werden. Man muß für dieses Element Platz finden nicht nur in der Industrie der Städte, sondern auch auf dem Lande, in denjenigen Formen, die sich durch die Erfahrung als zweckmäßig erweisen werden. Es ist eine Anforderung an die höchste Staatskunst der Zionistischen Organisation, durch ihre Fonds, Kreditinstitutionen und ihren Gesamteinfluß ihre Machtsphäre so auszudehnen, daß sie die vierte Alijah einbezieht, so daß sie, die vielleicht Keime von Gefahren in sich trägt, im fortschreitend sich entwickelnden nationalen Leben fruchtbar eingeordnet wird. (Stürmischer Beifall.) Wir unterstützen daher die Absicht der Exekutive, solche Formen der Kooperation zu schaffen, die auch Industrie und Handel in den Kreis unserer Interessen bringen, und hiefür auch im Budget Vorsorge zu treffen. Erwähnt werden sollte zum Schluß das Krimprojek t, worüber der Vorsitzende, Dr. Wise, bereits in seiner persönlichen Eigenschaft gesprochen hat. Ich erwähne das Krimprojekt, aber ohne die 187