Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 197)
- Language
- German, English, Hebrew
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5. Sitzung: Generaldebatte Die gegenwärtige zionistische Leitung hat erfolgreich die Zionistische Organisation zu einer Körperschaft mit einem anerkannten politischen Status gemacht, Verbindungen wurden angeknüpft und konnten gehalten werden, und alle Kräfte, über die die Zionistische Organisation zu verfügen in der Lage ist, groß oder klein, wurden aufs intensivste ausgenützt, um die besten Resultate für unser Werk zu erzielen. Die Würde und Selbstachtung der Zionistischen Organisation ist erhalten geblieben, während die ganze Zionistische Organisation, nicht allein unsere Exekutive, sich der Erniedrigung und Lächerlichkeit in den Augen der Welt preisgegeben hätte, hätte sie die anspruchsvolle, kämpferische Haltung angenommen, welche manche Zionisten von ihr verlangten, in deren Konzeption politische Aktion und Repräsentation als eine Reihe von Demonstrationen des Wortes erscheint. Wir amerikanischen Zionisten müssen gleichzeitig unsere Enttäuschung darüber zum Ausdruck bringen, daß die Mandatsregierung das ihr übertragene Amt als das eines Richters zwischen zwei streitenden Parteien auffaßt. Statt spontan und aktiv die Schaffung des jüdischen Nationalheims vorwärts zu bringen, wie es der Sinn des Mandates erfordert, hat sich die Mandatsmacht bemüßigt gesehen, die Haltung wohlwollender Neutralität anzunehmen und hat nur unter außergewöhnlichen Umständen von dieser Haltung Abstand genommen. Wir fühlen es besonders hart, daß der Artikel 6 des Mandates, nach welchem die Regierung die landwirtschaftliche Siedlung durch Zuweisung von unbesiedeltem oder Brachland unterstützen solle, nicht genügend erfüllt worden ist. Die Leitung Weizmanns tritt für die Erweiterung der Jewish Agency ein und hat in dieser Beziehung die volle Unterstützung der amerikanischen Zionisten. Unserer Ansicht nach kann die Erweiterung der Jewish Agency hier überhaupt nicht in Frage gezogen werden. Es ist ein Programm, in Zusammenhang mit welchem Verhandlungen geführt, Pläne aufgestellt und gebilligt worden sind, und wir sind nun bereit zum nächsten Schritt. Es sind Gerüchte laut geworden, daß die Zionisten x\merikas ihre Stellung in dieser Frage verändert haben. Diese Gerüchte, auf ihrem Weg von einer Konferenz zur andern wachsend, sind Schlüsse, die dem Mangel an Verständnis für jene Motive entstammen, welche unserer Unterstützung von Dr. Weizmanns unermüdlichen Bemühungen zugrunde liegen, die weitesten Kreise der Judenheit zur zionistischen Arbeit heranzuziehen, nicht nur in Amerika, sondern auch in den anderen Ländern der Diaspora. Wir betrachten die Erweiterung der Jewish Agency nicht allein als eine Aktion, die dem jüdischen Nationalheim eine substantielle Hlfe bringen soll und bereits bringt — trotz Herrn Grünbaums Meinung bereits in erheblichem Maße bringt —, sondern auch als Instrument, um die Anerkennung unserer Ideale und unse- 186