Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 185

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 185 (sequence 196)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476282--5895-3482041
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Lipsky Dienste der nationalen Sache, und wir haben diese Methoden erfolgreich anzuwenden begonnen. Unser gegenwärtig unzulängliches nationales Palästinabudget kann durch indirekte Mittel erweitert werden und durch sie und den Einfluß der Zionistischen Organisation als Ganzes Einfluß auf die Verwendung von Privatkapital in Palästina bekommen. Ich will an dieser Stelle der Debatte den Ausdruck des Vertrauens der Zionisten von Amerika für die Tätigkeit Dr. C h a i m Weizmanns, des Präsidenten der Zionistischen Organisation, kundgeben. (Lebhafter, lang anhaltender Beifall.) Es ist unsere Pflicht, dieses Votum hier zum Ausdruck zu bringen, weil es im Rahmen der Generaldebatte im aligemeinen keine Gelegenheit gibt, der Leitung freundschaftliche oder herzliche Gesinnungen kundzugeben. Die Generaldebatte ist vom Anfang bis zum Ende Kritik. Und mitten in der Kritik wird dem Gedanken an Dienste, die unter schweren Verhältnissen geleistet worden sind, wenig Raum gegeben, an Verantwortlichkeiten, die jede Möglichkeit, ihnen gerecht zu werden, übersteigen, an Mangel von Material und Menschen, der unerträgliche Lasten auf die Schultern unserer Bevollmächtigten wälzt. Dr. Weizmann hatte die zionistische Leitung tatsächlich seit Beginn des Krieges in Händen. Er hat die Organisation, die fast nur ein Parlament war, zu einer Körperschaft entwickelt, die sich jetzt ihrer Fonds, ihrer Institutionen, ihrer Departements rühmen kann und alle Elemente eines Staatswesens aufweist. Er hat der Bewegung seine ausschließliche Arbeit, eine Arbeit unschätzbarer Art gewidmet, unbeirrt von fortwährenden Angriffen, und ohne einen Augenblick in der Erfüllung seiner Pflichten zu zögern. Zusammen mit seinen Mitarbeitern hat er praktische Resultate und nationale Entfaltungsmöglichkeiten vor das jüdische Volk gestellt, deren Auswirkung in eine unabsehbare Zukunft reicht, Erfolge, die substantieller und vollwertiger sind als die irgendeines andern zionistischen Führers seit dem Beginn unserer organisierten Bewegung. Wir gehören nicht zu den Menschen, die angesichts der Schwierigkeiten äußerer Umstände sich sadistischer Selbstkritik hingeben. Es ist absurd, die Führerschaft mit einer Bürde kleinlicher Kritik zu belasten, weil äußere politische Schwierigkeiten ihre Aktionen kreuzten. Es gibt Dinge auf dem Schuldkonto der Leitung, aber um wie viel mehr kann auf das Konto bureaukratischer Verschleppung, der Schwerfälligkeit administrativen Geschäftsganges, des Kräftespiels politischer Interessen und dunkler Einflüsse feindlicher Kräfte gesetzt werden! Die Aufzählung von Fehlern, wie wir sie immer wieder hören, ist nur zu oft eine Aufzählung der äußeren Schwierigkeiten, die durch uns bewältigt werden müssen, hauptsächlich durch die Anwendung ökonomischer und sozialer Kraft, die so oft eben von jenen Anklägern verhöhnt wird. 185

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.