Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 181 (sequence 192)
- Language
- German, English, Hebrew
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Grünbaurn Weizmann, der die schwere und große Verantwortung für die Kolonisation in Palästina trägt, muß leider herumreisen und befindet sich nicht in London; dann kommt er nach London, sieht, daß die politischen Angelegenheiten nicht ganz in Ordnung sind, dann hat <er einen glänzenden Einfall und führt ihn aus. Und das ist meiner Ansicht nach gefährlich, wir können uns nicht auf eine solche Politik verlassen, eine Politik von Fall zu Fall, von Sprung zu Sprung, von Impression zu Impression. Einen solchen Weg, einen solchen politischen Weg können wir nur in der Galuth verstehen — in Palästina gibt es schon Kreise, die sich sagen: es schwankt das politische Fundament unter unseren Füßen. Und wenn wir fragen werden, wenn wir uns in Palästina über die administrative Praxis erkundigen werden, dann werden Sie folgende Antwort bekommen: Die administrative Praxis ist darauf eingestellt — ich unterstreiche das Wort „eingestellt" —, nicht, uns zu helfen, nicht, unser Aufbauwerk zu fördern, sondern sie ist vor allem auf das englische Interesse gerichtet, und wir befinden uns dort in einer ungeheuer lächerlichen, tragi-komischen Situation. Einerseits sagt man uns, beschuldigt man uns, daß wir unter dem Schutz der englischen Macht, als ihre Trahanteri, Palästina kolonisieren. Und die Repräsentanz der englischen Macht in Palästina tritt uns mit äußerster Kühle, ja mit Widerstreben entgegen. Meine Damen und Herren! Bei einer derartigen Situation ist die Kluft zwischen der Wirklichkeit in Palästina und zwischen den Rechten, die wir haben, eine ungeheure. Unsere politische Tätigkeit muß auf zwei Linien geführt werden. Einerseits ergibt sich aus der Wirklichkeit, aus der palästinensischen Wirklichkeit, daß ein politischer Kampf stattfinden muß, ein Kampf, meine Damen und Herren, ein politischer Kampf, der täglich geführt wird, der täglich geführt werden muß, ein Kampf um die Rechte des jüdischen Jischuw in Palästina, um die nationalen Rechte, um die bürgerlichen, ökonomischen Rechte usw. Und es gibt eine andere Linie, eine politische Linie, die Linie der Kampfbedingungen, der günstigen Kampfbedingungen im Rahmen des Mandates für unser Aufbauwerk in Palästina. Es gibt Leute, die behaupten, daß diese zwei Richtungen in unserer politischen Tätigkeit nicht miteinander in Verbindung stehen. Man will das nicht verstehen. Aber die Haltung der Regierung zu den Bedürfnissen des jüdischen Jischuw, ihre Beziehungen zur Assefath Haniwcharin, ihre Beziehung zu den Beschlüssen der Assefath Haniwcharin, zu den Forderungen des Jischuw, wie sie durch die Assefath Haniwcharin und durch den Waad Leumi ausgedrückt werden, beweisen uns am besten diese Notwendigkeit. Meine Damen und Herren! Es herrscht bei uns der Ton einer gewissen Zufriedenheit. Es wird gesagt, man könne einen Fortschritt konstatieren. Gewiß kann man einen Fortschritt konstatieren. Es 181