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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 178

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 178 (sequence 189)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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5. Sitzung: Generaldebatte ben an die große Wahrheit, die wir in unseren Händen haben, und wir beschreiten weiter den Weg der Gewinnung des jüdischen Volkes. Wir wollen in das Bewußtsein des jüdischen Volkes dasjenige Prinzip, diese grundlegende Erkenntnis hineinbringen, daß Palästina der einzige Punkt des jüdischen Auflebens ist und nicht irgendein anderes Land, welches es auch sein mag. Darum geht es, meine Damen und Herren! Wir können uns nicht mit Leuten verbinden, für die Palästina genau so der zentrale Punkt für die jüdische Renaissance, für die Wiederbelebung des jüdischen Volkes ist wie irgendein anderes Land. Es ist nicht richtig, wenn behauptet wird, daß wir schon in der jüdischen Oeffentlichkeit den Sieg davongetragen haben, den vollständigen Sieg errungen haben, sodaß wir unseren Kampf mit geistigen Waffen aufgeben können, um zu einer Verständigung zu schreiten. Diese Auffassung ist nicht richtig, und das ist der größte Fehler, den wir heute begehen und den auch Präsident Weizmann begangen hat. Unser Sieg ist noch nicht da. nicht der Sieg des Zionismus und nicht der Sieg des Palästinagedankens. Es ist nicht das richtige, wenn Leute glauben, daß man Palästina genau so aufbauen kann wie Mexiko oder Argentinien. Palästina kann man auf diese Wreise nicht aufbauen. Präsident Ghajes hat hier richtig bemerkt, daß Palästina für uns der archimedische Punkt ist, von dem aus wir zwar nicht die ganze Welt umwandeln können, wohl aber die jüdische Welt. Und diejenigen, die Angst haben vor dieser Umwandlung, diejenigen, die die Renaissance befürchten, die diese Renaisance gar nicht herbeiwünschen, die nur helfen wollen, die können bei dieser Arbeit, auf dem ungeheuer schweren Weg des Aufbaus einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk unsere Weggenossen nicht sein. Doktor Stephan Wise hat uns gesagt, welchen Preis wir werden zahlen müssen. Das war die Frage, die wir erörtert haben. Uns war dieser Preis zu hoch. Es gibt ein Wort — und unsere polnischen Freunde werden dieses Wort verstehen — ein polnisches Schimpfwort: „Ugoda" (Verständigung, Kompromiß); das war die Bezeichnung, die Brandmarkung derjenigen polnischen Partei, die sich mit der zaristisch-russischen Macht aussöhnen wollte. Wir sind jetzt auf dem Wege einer solchen „Ugoda". Wir haben den Kampf um die Hegemonie im jüdischen Leben aufgegeben. Wir sind nun auf dem Wege einer Partei unter anderen, auf dem Wege einer Notabeinpolitik, und das hat uns herabgesetzt, das hat unseren zionistischen Stolz zunichte gemacht, zerrüttet und zerrieben. Wir haben angefangen, jedem nachzulaufen, jedem großen Komitee nachzulaufen; und man hat angefangen zu sagen: Die Mittel brauchen wir, auf andere Weise werden wir Palästina nicht aufbauen können, man muß die Mittel haben. Und wir verbünden uns dem, der uns die Mittel gibt! Gewiß braucht man die Mittel, aber man darf nicht vergessen, daß die Mittel nur entsprechend dem Wachstum des Zionismus steigen, 178

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