Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 187)
- Language
- German, English, Hebrew
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5. Sitzung: Generaldebatte soll, die vielleicht nützlicher verwendet werden, wenn sie zur Verfügung unserer jüdischen Kolonisation in Palästina gestellt werden. Vielleicht wird dieser Kongreß schweigen. Ich kann nicht schweigen. Als Zionist muß ich sprechen. Ich will nicht entscheiden, ob es parlamentarisch war, daß ich meine Ausführungen gemacht habe. Herr Sokolow oder Herr Motzkin mögen mich zur Ordnung rufen, wenn es nicht der Fall war. Aber noch einmal möchte ich warnen, solange es Zeit ist. Es ist eine große Gefahr mit dem Projekt der Krimkolonisation verbunden. Andere Gefahren, als die wir auf uns nehmen, wenn wir uns einsetzen für Arbeit und Kolonisation in dem Land, das unseres werden soll. Meine Damen und Herren! Ich spreche zum Schluß den Wunsch aus, daß es nicht lange dauern möge, bis die Führer und alle Anhänger der Brandeis-Gruppe, der Mack-Gruppe wieder ihren Platz einnehmen als aktive Mitarbeiter im Dienste und unter der Flagge der zionistischen Bewegung und der Zionistischen Organisation. (Lebhafter, lang andauernder Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Dr. Wise (deutsch): Da der Vorsitzende weder deutsch, noch hebräisch, noch eaiglisch, sondern amerikanisch sprach (Heiterkeit), wird Herr Dr. Mossinsohn «die Güte haben, die Rede ins Hebräische m übersetzen. Schriftführer Dr. B. Mossinsohn (gibt die hebräische Uefoersetzung der Rede von Dr. Wise). Vorsitzender Vizepräsident Dr. Wise: Das Wort hat Herr (Jrünbauni. -Mitglied des Actions-Comites Jizchak Grünbaum (mit Beifall begrüßt — jüdisch): Vor zwei Jahren hatte ich die Ehre, von dieser hohen Tribüne aus über die Frage, die damals auf der Tagesordnung stand, über die Frage der Jewish Agency, zu sprechen. Auf meine Worte hat mich Präsident Weizmann mit einer Antwort beehrt. Er sagte mir unter anderem: Herr Grünbaum, Sie können warten, ich aber kann nicht warten, und auch die Zionistische Organisation, der Jischuw in Palästina und auch das jüdische Volk können nicht warten, und deshalb muß die Jewish Agency sofort, so schnell als möglich geschaffen werden. Ich kann meine heutige Rede nicht beginnen, ohne mich an diese Worte zu erinnern. Damit hat man mich abgefertigt, mit diesem Wort ist unsere ganze Kritik, die meinige und die meiner Freunde, abgetan worden, ganz abgefertigt worden, nicht nur auf dem Kongreß, sondern in der großen zionistischen Oeffentlichkeit. Und jetzt, nach zwei Jahren, möchte ich an Herrn Präsidenten Weizmann die Frage richten: Wartet er nicht noch jetzt? Kr hat die Zeit zum Warten gefunden. Es geht nicht so schnell, wie man sich das vorgestellt hat. Gerade dieses schlagende Argument, mit dem man mich abgefertigt hat, hat sich als ein sehr schwaches, als ein sehr dürftiges gezeigt. Aber Präsident Weizmann wartet. 176