Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 169 (sequence 180)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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Blumenfeld ist mir unmöglich, sie im einzelnen zu erläutern. Aber sie sind nicht nur papierene Resolutionen, sondern wir wollen, daß auf diesem Kongreß diese Vorschläge durchgekämpft werden. Wir sind entschlossen, die Reorganisation durchzuführen. Wir brauchen die Einheit von Zionistischer Organisation, zionistischer Propaganda, Keren Hajessod und Keren Kajemeth, und keine mechanische Einheit, meine Damen und Herren! Wenn Sie von der Stagnation der Zionistischen Organisation reden, so beschuldigen Sie nicht die Jewish Agency-Politik! Welch ein Irrtum, verehrter Kongreß! Sondern so ist es, daß eine Bewegung, eine echte Bewegung, nicht durch Maßnahmen einer solchen äußeren Politik gefährdet werden kann. Welch eine Verkennung bedeuten die Forderungen, die wir in Bezug auf demokratische Vertretung an Gruppen außerhalb der zionistischen Welt stellen! Es ist ein Unterschied zwischen der Demokratie einer Bewegung wie der zionistischen, zwischen der Demokratie der Gleichgesinnten und Gleichstrebenden, und der einiger unorganisierter Gruppen, deren Hilfe allmählich aktiviert werden soll. Ich verstehe die Sorge um das Schicksal der Organisation. Wenn sie nur nicht so mechanisch wäre, diese Sorge! Die wahre, tiefe Sorge könnte sich nur so ausdrücken: die Zionistische Organisation kann leben, auch wenn sie arbeitet gemeinsam mit andern Kräften. Die Organisation braucht nicht in keimfreier Luft und künstlicher Abgeschlossenheit zu leben. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Ich mache Sie -darauf aufmerksam, Herr Bium-enfeld. . . Mitglied des A.-C. Blumenfeld: Ich bin gleich fertig. Wir haben hier unsere Gründe dargelegt, warum wir glauben, daß diese Agency-Politik verbunden sein muß, ja nur verbunden sein kann mit einer Erneuerung der Zionistischen Organisation. Wir halten es für ein freventliches Unterfangen, daß die, die keinen andern Weg zu weisen vermögen, denen, die mit ihnen gemeinsam die Erneuerung der Organisation wollen, diesen Weg verbauen und so beide verhindern, die Reorganisation und die baldige Erreichung der wahren zionistischen Ziele zu ermöglichen. Nun hat das alles einen Generalgrund. Eine Bewegung erscheint machtvoll im Aufstieg, die Schwierigkeiten der Bewegung zeigen sich auf dem Höhepunkte, wenn sie sich in der Praxis verwirklicht. Wir erleben Versuche der Mechanisierung, der Verflachung und der Herabziehung des Zionismus. Wir haben das Problem des Kleinbürgertums viel weniger in Erez Israel als im zionistischen Galuth, nämlich den geistig kleinbürgerlichen, durchschnittlichen Zionismus. Meine Damen und Herren! Wir leben in einer Welt, in der gewaltige Bewegungen die Menschen fassen und ergreifen. Wir glauben, der Zionismus kann jedes Jahr von neuem eine solche Bewegung werden. Er muß es aber jedes Jahr von neuem werden. 169