Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 181)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476282--5880-3482026- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
5. Sitzung: Generaldebatte Bewegung offenbart sich darin, ob sie jedes Jahr eine neue Deutung zu finden weiß, diese Deutung gegenüber der Welt, mit der sie sich auseinandersetzt. Das gilt durchaus von der zionistischen Bewegung. Die Kongresse sind ein Maßstab dafür. Unsere Aufgabe ist es, hier den Fatalismus zu bekämpfen, als ob alles beim alten bleibt. Wir wollen Erneuerung. Wir wissen, daß ein großer Teil von Ihnen das für Redensarten hält, daß ganze Landsmannschaften, wenn man versuchen will, ihnen über etwas anderes als über das Budget zu reden, erklären, daß sie es nicht begreifen, daß wir imstande waren, einen bedeutenden Teil unseres Landes zu gewinnen, wie wir nicht begreifen, daß sie nicht imstande waren, sich einen Platz im geistigen Leben ihres Erdteils zu erobern. Meine Damen und Herren! Die zionistische Welt verlangt von uns eine wirkliche Reorganisation. Und wir kommen auf diesem Kongreß zu einer Klärung, wenn es sich darum handelt, eine einheitliche Exekutive zu bilden, die wirklich einheitliche Exekutive. Unsere Kritik wendet sich nach links, indem sie sagt, die Qualität des Chaluz sinkt, die Situation, in der wir uns befinden, ist, daß die moralische Verantwortung für die Qualität der Leute, die sich Pioniere nennen, nicht mehr so ist wie sie früher war, daß ihr Ziel sinkt, daß wir seelisch und innerlich bedroht sind, weil diese Elemente, in die wir unsere Hoffnungen setzen, nicht ausreichend und nicht in der richtigen Art zur Verfügung stehen. Nach rechts, weil wir den egoistischen Opportunismus bekämpfen, der unzionistisch ist, und so rücksichtlos versuchen, eine wirkliche Reorganisation durchzuführen, mit einer einheitlichen Exekutive, die versucht, nicht Durchschnittszionismus zu machen, sondern den Zionismus der lebendigen, siegenden, überwältigenden Bewegung, der es nicht genügt zu wissen, daß wir auch heute die stärkste Macht im jüdischen Leben sind — das bedeutet noch nicht viel — sondern daß wir vor unserem eigenen Richterstuhl uns bewähren, vor unserem eigenen Richterstuhl sagen können, wir haben unsere Pflicht getan. Und da müssen die Geister zur vollen Klarheit gebracht werden. Haben wir eine opportunistische Majorität, nun gut, so soll sie die Geschicke der Bewegung in die Hand nehmen, aber eins, meine Damen und Herren: kommen wir zu einer klaren, sachlichen Erkenntnis der Notwendigkeit, kommen wir dazu, daß die zionistischen Gruppen das vergessen, was sie parteipolitisch oder demagogisch vorbringen, machen wir uns mit einemmal klar die Grundprinzipien des Aufbaus und den gemeinsamen Weg zur Erneuerung der zionistischen Welt, dann kann dieser Kongreß uns aus dem Hinübergleiten heraushelfen, dann kann er uns in eine Situation bringen, die anders aussieht als auf früheren Kongressen. Daß wir eine Exekutive wählen, der wir die Verantwor-