Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 178)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 100% known words query
- IRI
…/3476254-3476282--5877-3482023- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Blumenfeld alle Gruppen an der Kontrolle beteiligt sind. Natürlich machen wir einen Unterschied zwischen sachlicher Kritik und Parteitendenzen, die zum Schaden der Sache auf den Plan treten. Gerade wir als Landsmannschaft haben eine eigenartige Stellung gegenüber der palästinensischen Wirtschaft, wir haben keine besonderen Interessen zu vertreten, wir sind dadurch in der günstigen Situation, helfend eingreifen zu können, wenn eine Neuordnung notwendig ist. Bei dieser Gelegenheit müssen wir aber auch sagen: was in Palästina geschehen ist, ist verbunden mit dem Namen Dr. Ruppins, des wahrhaft schöpferischen Geistes, den wir in Palästina besaßen. Umso schmerzlicher berührt sind wir daher davon, wie gewisse Teile des Kongresses ihn gewürdigt haben. Wenn Sie heute Ruppins Buch lesen, das eben erschienen ist, und sich das Lebenswerk dieses Mannes klarmachen, werden Sie sehen, daß alle Gedanken über Palästinawirtschaft von ihm gedacht, von ihm vorgeschlagen wurden. Ich halte es für meine Pflicht, das zu sagen, denn wir glauben, daß die Kräfte dieses Mannes, der heute aus einer leitenden Stellung ausscheidet, unserem Werke erhalten werden müssen. (Lebhafter Beifall.) | Unser Hauptproblem besteht darin, das städtische Element in die Landwirtschaft überzuführen, und das kann man nur, wenn den Menschen ein seelisches Aequivalent gegeben wird. Die Sicherung und Gestaltung des Palästinaaufbaues durch eine Neuordnung werden wir zu wahren wissen gegen rechts und links und gegen jeden Versuch der Unsachlichkeit auch aus der Mitte. In diesem Zusammenhang begrüßen wir die Maßnahmen, die dazu führen, daß die nationale Basis dieses Werkes erhalten bleibt, und begrüßen die Politik der zionistischen Bewegung, die gegeben ist einmal durch das Mandat, zweitens durch die nationalen Leistungen in Palästina,, drittens durch die Kraft der zionistischen Idee als solcher, das sind die Fundamente unserer Bewegung. Alle die gehen in die Irre, die bei Betrachtung und Kritik zionistischer Fragen diese Hauptstützen unserer zionistischen Politik eliminieren. Für uns ist hier die Frage: Haben die Führer der Politik uns die Garantie dafür gegeben, daß sie die wahren und rechten Repräsentanten der zionistischen Bewegung sind, daß sie mit Mut und Kraft und nationalem Stolz unsere Sache vertreten? Philosophische Theorien können leben, auch ohne von Menschen getragen zu sein; zur Eigenart politischer Probleme gehört es, daß sie ihren Sinn erst durch ihre lebenden Repräsentanten bekommen. In diesem Zusammenhang erklären wir, daß wir zur politischen Führung der Exekutive und insbesondere zu Doktor Weizmann Vertrauen haben. (Lebhafter, andauernder Beifall.) Wir glauben, daß gerade die Würde im Auftreten für unsere Sache, die er geführt hat, gewahrt ist und daß wir in dieser Richtung beruhigt sein können. Das hat nichts zu tun mit Einzelheiten, die einer Kritik unterzogen werden können. In diesem Zusammenhange 167