Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 160 (sequence 171)
- Language
- German, English, Hebrew
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4. Sitzung: Generaldebatte stina arbeiten, sondern die ganze Zionistische Organisation auf diese Entwicklung zurückblicken muß als auf einen kolonisatorischen Erfolg allerersten Ranges (Lebhafter Beifall) und den einzigen kolonisatorischen Erfolg, den wir ä la longue, den wir bisher in Palästina zu verzeichnen haben. Meine Damen und Herren, ich möchte jetzt gar nicht in irgendeine Argumentation über Landwirtschaft eingehen. Herr Dr. Soskin, den man hier ernennen will zum Schultze- Delitzsch der zionistischen Kleinbourgeoisie (Beifall) und der uns eine kosmische Tomatenwerttheorie (Heiterkeit) vorgetragen hat, diese allgemeine und gleiche und direkte Gemüsephilosophie (Beilall), wir wrerden ihm in der Kolonisationskommission... (Unruhe.) Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Ich bitte auii Ruhe. Herr Arlosoroff. setzen Sie fort. Mitglied des A.-C. Dr. Arlosoroff: Aber ich möchte eins sagen. Abgesehen von all der Argumentation, möchte ich sagen, daß es eine Politik wäre, die dem Grundsatz gesunder Kolonisationspolitik, wie sie von irgendeinem kolonisierenden Volk verstanden wird, widersprechen würde, wenn wir es nach diesen fünfzehn Jahren einer zielbewußten landwirtschaftlichen Arbeiterkolonisationspolitik um einer Illusion willen und um einer vollkommen unsicheren kolonisationspolitischen Perspektive willen aufgeben würden, diesen Weg ebenso geradlinig, ebenso konsequent weiterzugehen, wie wir ihn bisher gegangen sind, um unseren Aufbau, unsere Position in der selbstarbeitenden Landwirtschaft zu befestigen. Sehr geehrter Kongreß, das mag sich auf den Augenblick beziehen. Aber ich kann meine Ausführungen hier nicht abschließen, ohne auf etwas einzugehen, auf ein sehr, sehr großes Problem. Und das Problem stellt sich mir nach zwei Seiten hin dar. Das eine ist das: wir müssen von diesem vierzehnten Zionistenkongreß weggehen, getrieben von der Alijah, getrieben von unserer Entwicklung, mit einem festen, klaren Willen, mit einer festen Absicht, an die Verwirklichung eines großen Zionismus in Palästina zu gehen, an eine großzügige Verwirklichung des Zionismus. Sehr geehrter Kongreß! Sie werden wissen, daß ich unter großem Zionismus nicht die politische Vogelscheuche verstehe, zu der manche diese Losung, und manche Gruppen unter den Zionisten diese Losung, besonders in der allerletzten Zeit, zu machen versucht haben. Für mich ist großer Zionismus, wie wir ihn auffassen, noch immer identisch damit, daß wir dazu kommen müssen, eine große, eine planmäßige, eine systematische Kolonisationsarbeit zu führen (Zwischenrufe), gleichgültig, aus welchen Schichten und Kreisen des jüdischen Volkes sie kommt, wenn sie auf Selbstarbeit aufgebaut ist, wenn sie auf eigener Arbeit aufgebaut ist, und daß wir dazu übergehen müssen, auf dieser Grundlage einen großen, einen in wirtschaftlichen Fragen mächtigen 160