Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 159 (sequence 170)
- Language
- German, English, Hebrew
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Arlosoroff werden hören, daß zwischen unseren Arbeitenden, zwischen denen, die auf der Scholle sitzen und ihre Arbeit tun — nicht zwischen den Politikern — daß zwischen den Arbeitenden auf dem Boden ein^ volle und glückliche und gerechte Uebereinstimmung der Interessen besteht. (Stürmischer Beifall links, lebhafte Zwischenrufe rechts.) Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Sie haben noch acht Minuten! Mitglied des A.-G. Dr. Arlosoroff: Herr Dr. Halpern hat gestern vom Gleichgewicht, das zwischen unserer landwirtschaftlichen und der andern Arbeit bestehen soll, gesprochen und ich habe ihm zugerufen: Was verstehen Sie unter Gleichgewicht? Was verstehen Sie unter Gleichgewicht, wenn in einem Land, in einem Agrarland wie Palästina unsere Bevölkerung einen vollkommen einseitigen und vom Standpunkte der nationalwirtschaftlichen Sicherheit und der gesunden Entwicklung schon heute einen bedrohlichen inneren Aufbau zeigt? Wenn Sie sich das einmal überlegen, daß heute im Lande Palästina auf je einen Juden fünf Araber ungefähr kommen, oder aber auf je 42 Einwohner des Landes ein jüdischer Landwirt, wenn Sie sich diese Kräfteverteilung einmal vorstellen, was verstehen Sie da unter Gleichgewicht, unter gesundem Gleichgewicht in der Entwicklung? Können Sie dann etwas anderes darunter verstehen, als das, was wir sagen? Die Zionistische Organisation muß bewußt ihre Kraft und ihr Kapital konzentriert einsetzen für die Herstellung, für die Schaffung dieses gesunden Gleichgewichts, für die Schaffung einer starken und praktischen Basis der selbstarbeitenden Landwirte. (Lebhafter Beifall.) Sehr geehrter Kongreß! Ihr Beifall raubt mir zu viel Zeit und ich muß folgendes sagen. Ich weiß nicht, ob es gelingen wird, selbst unter Einsetzung aller unserer Kräfte dieses Gleichgewicht herzustellen. Es ist das eine ungeheuer schwere und verantwortungsvolle Aufgabe. Aber ich glaube, und ich sage das in dem vollen Bewußtsein meiner Verantwortung: wenn gestern Dr. Ruppin zu Ihnen kommen konnte und zu Ihnen sagen konnte, daß eine Entwicklung, die in einer fünfzehn Jahre hindurch unter bewußter Führung der Zionistischen Organisation geleisteten Arbeiterkolonisation in der Landwirtschaft geführt wird, wenn Sie sich alle objektiven Bedingungen des Landes und der Finanzierung und der Menschen und der politischen Umstände vor Augen halten und wenn Sie dann sagen können: durch fünfzehn Jahre haben wir unsere Kraft auf diese Arbeit konzentriert und unter den schwersten Bemühungen der Arbeiter haben wir den Weg zurückgelegt, daß ein so vorsichtiger Kolonisationspolitiker wie Ruppin zu Ihnen kommen kann und sagen, wir stehen heute mitten drin in der wirtschaftlichen Konsolidierung und Rentabilisierung dieses arbeitenden Jischuw — ich glaube, daß wir dann, und ich glaube nicht nur wir und nicht nur die Chawerim, die in Palä- 159