Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 169)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3476254-3476282--5868-3482014- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
4. Sitzung: Generaldebatte selbst daraus erwachsen sind. Aber ich denke an eine zentrale Frage, das ist die Bodenfrage in Palästina. Als es vor einigen Jahren einige Leute gab — und sie saßen auf den Bänken der Linken — als sie darauf hinwiesen, daß die Entwicklung auf dem Bodenpreismarkt diese Wege gehen müßte, die sie heute gegangen ist, und eine feste und zielbewußte Intervention verlangten, als noch auf dem vorigen Kongreß Dr. Ruppin, dessen überaus verantwortungsvolle und verständnisvolle, nicht für die Interessen einer Gruppe, sondern für die Interessen und für die Ideale der nationalen Siedlung verantwortungsvolle und verständnisvolle Arbeit jetzt, soweit wir sehen, allgemein anerkannt wird (Beifall), als auf dem dreizehnten Kongreß Herr Dr. Ruppin eine konzentrierte Investition des Kongresses durch die P. L. D. C. verlangte, um die Kontrolle auf dem Bodenmarkt sicherzustellen, da war niemand da, der diese Sache in der Finanz- und Wirtschaftsexekutive verstanden hätte. Und heute, wissen Sie, sehr geehrter Kongreß, wissen Sie, in welchem Fahrwasser wir in Palästina treiben? Und in diesem Chaos auf dem Bodenmarkt, das heute das ganze Land von Dan bis Beerschewa, nicht nur die Städte, sondern von Dan bis Beerschewra das ganze Land erfaßt hat, das so weit geführt hat, daß in Haifa heute große Reklametafeln auf den Straßen hängen und auf diesen Reklametafeln steht oben: „30.000 Dunam in der Umgegend von Beisan um zweieinhalb Pfund", oder: „20.000 Dunam in der Umgegend von Ataroth um 3 Pfund", das das ganze Land, die entlegensten Winkel, in den Strom einer wirtschaftlich völlig unbegründeten Spekulation getrieben hat: da steht die Zionistische Exekutive im Lande willenlos, hilflos, vollkommen vom Strom der Ereignisse getrieben in diesem Wirbel. (Beifall.) Es ist mir nicht verständlich, wozu wir eine Finanz- und Wirtschaftsexekutive besitzen. Doch nicht zur Ausarbeitung solcher theoretischer akademischer wirtschaftspolitischer Thesen, wie sie Herr Dr. Halpern in der letzten A.-C.-Sitzung vorgelegt hat, sondern zur Lösung konkreter wirtschaftlicher Probleme. Und so wird diese Finanz- und Wirtschaftsexekutive nur dann einen Nutzen haben, wenn sie an die Lösung eines solchen Problems der Wirtschaft herangehen wird. Und nun, meine Damen und Herren, nun haben die Herren dieser selben Finanz- und Wirtschaftsexekutive auch den neuen Kurß gefunden, sie haben den Schuldigen gefunden und sie haben das große Passivum gefunden, auf das sie viele, viele von ihren eigenen Sünden überwälzen, das ist die jüdische selbstarbeitende Landwirtschaft in Palästina. Und ich möchte zunächst einmal sagen, um gar keine Mißverständnisse auftauchen zu lassen, es geht hier nicht um Bedürfnisse der vierten Alijah. Denn wenn von den produktiven Elementen, den Arbeitern und den zum Uebergang zur Landwirtschaft bereiten Elementen der vierten Alijah die Rede ist: fragen Sie doch, von wem sie Unterstützung erhalten haben, wo sie Freundschaft gefunden haben, fangen Sie an bei den Jablonner Chassidim, und Sie 158