Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 165)
- Language
- German, English, Hebrew
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4. Sitzung: Generaldebatte heute ernste politische Probleme der zionistischen Bewegung zu Objekten sensationeller und oberflächlicher Politik gemacht werden, wie heute unter ganz bestimmten Einflüssen die zionistische Bewegung dazu neigt, ernste und sehr schwerwiegende politische Fragen in übertriebener, in sprunghafter Weise, man möchte beinahe sagen, mit Hysterie zu behandeln, daß aus diesen Erwägungen heraus die Hinlenkung unserer Aufmerksamkeit auf die sachlichen Probleme des Aufbaus ein großes Plus im zionistischen Leben bedeuten würde. Aber ich glaube, daß das nicht dahin aufgefaßt werden sollte, daß wir die politische Situation, die sich in den zwei Jahren ergeben hat, nicht sorgfältig und sachlich untersuchen sollen, und mir scheint, auch unsere politische Exekutive hat alles Verständnis dafür, wenn man aus einer sachlichen Betrachtung der Dinge zu einer ernsten und sachlichen Kritik an der politischen Arbeit kommt. Ich stimme mit dem gestrigen Referat von Herrn Dr. Weizmann auch darin überein, daß ich meine, daß unsere politische Kritik geübt werden soll in Erkenntnis und in Anerkennung aller der unzählbaren Schwierigkeiten und Hemmnisse, all der objektiven Faktoren, die uns entgegenarbeiten, wenn man zu einer gerechten Würdigung der Situation und einer klaren und vernünftigen Abschätzung unserer Erfolge und der Mißerfolge kommen will. Wenn die politische Arbeit, wie wir wissen, geführt werden muß mit einem Minimum von politischen Mitteln, unter Bedingungen, wo unsere besten politischen Kräfte den größten Teil der Zeit von der politischen Arbeit ferngehalten sind, unter Bedingungen, wo die weltpolitische Entwicklung unseren Forderungen und vielen unserer berechtigten Ansprüche zuwiderläuft, so glauben wir, daß die Arbeit der Zionistischen politischen Exekutive nach unserer Ueberzeugung, wenn sie auch nicht die genügende Initiative und nicht die genügende Aktivität entwickelt hat, doch gerecht und würdig und positiv abgeschätzt werden muß (Lebhafter Beifall). Aber, meine Damen und Herren, das darf uns nicht veranlassen zu vergessen, daß wir Rückschläge erlitten haben, und wir haben im Verlauf der letzten zwei Jahre in der politischen Arbeit wiederum Rückschläge, und ich möchte sagen, keineswegs unernste Rückschläge, erlitten. Wir entsinnen uns der Rückwirkung, die der Bericht der Mandatskommission und all das, was sich in Genf abgespielt hat, auf den palästinensischen Jischuw, auf unsere politischen Gegner, auf die öffentliche Meinung der Welt ausgeübt hat. Und mir will scheinen, als ob die Erklärungen der Exekutive, die unsere Stellung und unsere Position in Genf auf einen formalen Irrtum zurückführen, als ob diese Erklärungen dafür nicht ausreichen. Man kann nicht mit einem formellen Fehler, so formell diese Frage der Ueberreichung unseres Memorandums und alles, was damit zusammenhängt, ist, die Tatsache zu vertuschen versuchen, daß unsere Position, zumindest bis 154