Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 155)
- Language
- German, English, Hebrew
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4. Sitzung: Generaldebatte es ist bedauernswert, ihre Verpflegung ist schlecht, sie hungern ja noch ärger, als wenn sie in Gefängnissen wären. Wohin führt das? Es führt doch zu gar nichts und wird zu gar nichts führen. Wenn ihr da die größten Sachverständigen, welche nach Palästina gekommen sind, fragen werdet und nicht nur die Sachverständigen, sondern ich werde eure Worte selbst anführen, was habt ihr in eurem „Hapoel Hazair", was habt ihr im „Kuntres" geschrieben? Im „Hapoel Hazair" ist doch ausdrücklich die Meinung geäußert (zitiert hebräisch): Die Kwuzah kann auch mit besonders eifrigen Arbeitern zu keinem Erfolg führen. Und ihr habt ja gesagt: Die kommunistische Kolonie ist einem Kinde zu vergleichen, das zwanzig oder dreißig Pflegerinnen hat. Wie das Kind dann ausschauen wird, das können Sie sich schon vorstellen. Und was sagt nun euer „Kuntres"? Dort wird berichtet, daß die Zustände in den Kwuzoth derart schlecht sind, daß ein Teil, der größte Teil der besten Arbeiter, die Kwuzoth zu verlassen droht. Und ihr kommt heute zu uns und sagt, ihr wollt neue Kwuzoth haben, weshalb wollt ihr denn neue Kwuzoth? Soll man denn das Geld für nichts ausgeben, für Sachen, die zu gar nichts führen? Zu welchem Zweck? Und wir richten an euch ganz offen die Frage: wozu wollt ihr denn das Geld haben? (Zwischenrufe.) Ich habe gehört, ihr wollt mir sagen „Bodenspekulation". Ich verstehe euch, es gibt manche Leute, die Bodenspekulation betreiben, aber wenn jemand drei, vier Jahre in der Kwuzah arbeitet und dann die Kolonie verläßt, um in der Stadt beim Häuserbau zu arbeiten, weil man ihm dort zwanzig Groschen mehr zahlt, dann ist das zwar keine Bodenspekulation, aber Arbeiterspekulation. (Beifall.) Und was sehen wir weiter? Was sehen wir? Unser offizielles Organ, der „Hsolam", wie verhält sich nun der „Haolam" der Bewegung der vierten Alijah gegenüber? Wie benennt er nur diese neue Alijah? Er nennt sie (zitiert hebräisch): „Minderwertige nationale Bewegung". Ich frage, mit welchem Rechte hat unser Organ in dieser Form Stellung genommen? Mit welchem Rechte ist ein Mitglied der Exekutive, Kaplansky, gegen die vierte Alijah aufgetreten? Es kann sein, daß er ein Parteimann ist, aber dort in der Exekutive hat er ein Vertreter des ganzen Kongresses zu sein und nicht nur ein Vertreter seiner kleinen Gruppe Poale Zion. (Zahlreiche Zwischenrufe. Delegierter Dr. Weltsch: Ihr seid doch selbst gegen den Jablonner Rebben, ihr seid doch gegen die Chassidim! Lebhafte Zwischenrufe vom Misrachi, Lärm.) Wir sind gegen den Jablonner Rebben, wenn er in eure Organisation eintritt. (Zwischenrufe und erneuter Lärm.) Ja, ja, wenn der Jablonner Rebbe in eure Organisation eintreten wird, dann ist er für uns kein Rebbe mehr, dann ist er für uns nicht einmal ein religiöser Jude. (Der Lärm dauert an.) Jetzt kommen wir zu einer neuen Periode, man kommt zu uns und sagt uns, von heute an, von diesem Kongreß an, wird man 144