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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 141

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 141 (sequence 152)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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Farbsiein Gestern haben wir eine Erklärung eines Vertreters der Exekutive, des Herrn Dr. Ruppin gehört, der uns sagte, ihn kümmere nicht die Quantität der Immigration nach Palästina, er wolle eine qualitative Kolonisation machen. (Zwischenruf Dr. Ruppin: So habe ich es nicht gesagt!) Ich habe es mir notiert. Als im Actions-Comite ein Budget von 225.000 Pfund für die Landwirtschaft aufgestellt wurde und man uns erklärte, daß man von diesen 225.000 Pfund 185.000 Pfund für die bestehenden Kolonien brauche, da habe ich mich gefragt, wozu das führen könne. Wenn Sie nur die landwirtschaftliche Immigration in Betracht ziehen, dann haben Sie die Möglichkeit — wenn man mit 1000 Pfund pro Mann rechnet — dann haben Sie die Möglichkeit, im nächsten Jahr ganze vierzig Juden nach Palästina zu bringen. Und damit wollt ihr Palästina aufbauen? Und wir selbst sollen einen Zensus machen für Juden, die nach Palästina gehen dürfen und sagen, daß der eine oder der andere gehen darf? Mir scheint, daß nach Palästina alle Juden gehen dürfen, alle Juden, die Gott in ihrem Herzen haben. (Beifall.) Niemand hat ein Monopol auf Palästina. Jeder Jude, der nach Palästina gehen will, alle die ihre Fabriken oder ihre Werkstätten haben, die im Galuth ihre Existenz haben und darauf verzichten und in ein neues Land gehen, um zu arbeiten, haben ein Recht auf Palästina. (Beifall.) Noch ein Ereignis ist in den letzten zwei Jahren vorgekommen und dieses war für uns sehr wenig zufriedenstellend. Das ist der Abschied Samuels. Zur Zeit, als man uns beweisen wollte, daß das Mandat es wirklich ernst mit dem jüdischen Volke meint, in dem Moment, wo man noch ein wenig mit den Juden rechnete, da hat man uns als ersten Beweis gesagt: da habt ihr den besten Beweis dafür, daß wir es mit der jüdischen nationalen Heimstätte wirklich ernst meinen, wir geben euch als High Commissioner einen Juden. (Delegierter Dr. Weltsch: Ihr wart doch gegen ihn! Was heißt das? Das ist doch stark!) Wir können uns nicht mit der Sache selbst befassen, mit der Frage, ob Samuel auf der Höhe seiner Aufgabe war oder nicht, das interessiert mich jetzt weniger, da mich momentan nur das eine Prinzip interessiert, daß der High Commissioner Palästinas, der High Commissioner der jüdischen nationalen Heimstätte, nur ein Jude sein kann. (Beifall rechts, Zwischenrufe. Der Vorsitzende mahnt zur Ruhe.) Man darf sich heute nicht falschen Illusionen hingeben. (Weitere Zwischenrufe von der Linken.) Wir müssen heute damit rechnen, daß ein High Commissioner, und sei er auch der beste, nicht selbst die ganze Arbeit in Palästina machen kann. Für uns ist er umgeben von einer ganzen Schar kleinerer Beamten, von denen niemand sagen kann, wer sie sind. Wir haben doch genug von unseren jüdischen Beamten in den Alijah-Aemtern der englischen Regierung gehört, die einwandernden Juden viel Leid 141

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