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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 140

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 140 (sequence 151)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476282--5850-3481996
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4. Sitzung: Generaldebatte Unser Präsident hat hervorgehoben, daß dank der Politik Herbert Samuels die Beziehungen in Palästina weniger gespannt sind, daß Palästina der ruhigste Teil des Mittleren Ostens ist. Das ist kein Wunder. Natürlich, wenn wir der arabischen Bevölkerung Versicherungen abgeben, daß wir gar nicht das nationale Heim meinen, wenn wir ihnen Versicherungen geben, daß wir in Palästina nie die Mehrheit sein werden, daß wir dort als Minderheitsnation leben wollen, dann wird es ganz ruhig sein. Aber wenn der höchste Vertreter der englischen Regierung für Palästina, Minister Amery, nach Palästina kommt und den Arabern versichert, daß die Juden nie die Mehrheit in Palästina haben werden, sondern die Araber die Mehrheit sein werden, und ihnen alle möglichen Beweise dafür erbringt, daß das tatsächlich und wirklich so sein wird, und wir dann nicht hören, daß die Exekutive daraufhin protestiert hätte, so muß doch wenigstens der Kongreß seiner Meinung Ausdruck geben, daß wir in Palästina unser nationales Heim sehen und dessen sicher sind, dort in kurzer Zeit eine Mehrheit von Juden zu haben. (Beifall.) Und noch etwas können wir den Worten des Ministers Amery entnehmen: Mr. Amery, der Kolonialminister ist, redet uns auch in bezug auf die Formen unserer Kolonisation in Palästina drein. Er sagt uns sogar, daß ihm Tel Awiw nicht gefällt, weil es 35.000 Einwohner hat, daß ihm die städtische Kolonisation nicht gefällt, daß ihm nur die landwirtschaftliche Kolonisation gefällt. Und wer weiß, welche Störungen und welche Gefahren es für unsere Kolonisation bringen kann, wenn sich eine fremde Macht in unsere inneren intimen Interessen hineinmengen sollte. Wenn Minister Amery, der es doch weiß, daß London sieben Millionen Einwohner hat, 35.000 Einwohner für Tel Awiw zu viel findet, wenn dieser Minister Amery heute kommen sollte und uns sagen würde, daß wir uns mit städtischer Kolonisation nicht beschäftigen dürfen und nur landwirtschaftliche Kolonisation betreiben müßten, dann können die Folgen herauskommen, über die schon heute gesprochen wird und die eine vollständige Vernichtung unserer zukünftigen Alijah sein werden, daß nämlich die Mandatsmacht erklärt, sie lasse keine Einwanderer mehr mit 500 Pfund, sondern nur solche mit 1000 Pfund ins Land. Man muß sich wirklich fragen, ob unsere Exekutive die nötigen Maßnahmen ergriffen hat, um zu beweisen, daß die städtische Immigration für das Land nicht weniger wertvoll ist als die agrikulturelle. Wir können uns keineswegs einreden, daß, wenn wir uns nur auf die Landwirtschaft stützen werden, wir jemals, auch nach hundert Jahren, eine Mehrheit in Palästina haben werden. (Beifall.) Erst wenn wir fünfzig große Städte in Palästina haben, dann können wir sicher sein, daß wir mit Gottes Hilfe in Palästina eine Majorität haben werden und Palästina dann wirklich das nationale Heim werden wird. (Beifall.) 140

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