Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 144)
- Language
- German, English, Hebrew
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Soskin Reflektanten nach ihrem Ertrage erworben. Hier ist der Spekulation ein Ziel gesetzt. Denn man kann genau aus dem Ertrage berechnen, welchen Kapitalswert das Unternehmen hat. Deswegen sollten diejenigen unserer Gesellschaften, die sich bislang mit Bodenverkauf befaßt haben, in Zukunft mit der Erschließung, Parzellierung, Bebauung von Land beschäftigen und nach etwa zwei Jahren der Bauzeit fertige Farmen auf den Markt bringen. Hiedurch würde man die Ansiedler vor vielen Enttäuschungen, Geldverlust und ihre Familien vor Krankheiten bewahren. Gleichzeitig sollten die nationalen Institutionen die verfügbaren Staatsländereien, auf die wir Anspruch erheben müssen, zur Erschließung und zur Kolonisierung einfordern. 2. Wasser. Bewässerung ist die wichtigste Voraussetzung für intensive Ausnutzung von Land, besonders in einem warmen Klima. Alle unsere Anstrengungen müssen nach der Richtung der Aufschließung, Ansammlung, Ausnutzung von Wasser für Bodenbebauung gerichtet werden. Die Abteilung für landwirtschaftliche Siedlung muß als erstes ein Wasseramt einrichten und es mit den nötigen Fachleuten, einem Geologen und einem Bewässerungsingenieur besetzen. Diese müßten die wichtigsten Berater des Leiters der Abteilung werden, ohne ihren Rat darf kein Land erworben, keine Siedlung gegründet werden. Das Wasser wird bislang in unserer Kolonisation gar nicht seinem Werte nach eingeschätzt. Nur in den Orangengärten und neuerdings bei der Bananenkultur gilt es als Voraussetzung. Dagegen wird die Bewässerung überall für andere Zwecke vernachlässigt. Wenn man gegenwärtig gewissermaßen als Konzession an die in der Oeffentlichkeit lauter werdenden Forderungen nach Wasserwirtschaft, mit Vorschlägen der Bewässerung des Emek kommt, so geschieht es ohne richtige Einschätzung der Kraft und des Wertes von Wasser für die Bodenbebauung. Das Wasser müßte nur für kleine Flächen zur Verfügung gestellt werden, da bei richtiger Ausnützung der Bewässerung mehrere Ernten im Jahre erzielt werden müssen. Wenn, wie behauptet wird, die Nuris-Sektion des Emek Wasser für die Bewässerung von 6000 Dunam besitzt, so müßte das bewässerbare Land in Parzellen von durchschnitlich fünf Dunam ausgenützt werden, da die mit intensiver Bewässerung verbundene Arbeit sehr groß, aber auch sehr lohnend ist. Man stellt sich in unseren Kreisen gar nicht im Entferntesten vor, welchen Wert man dem Wasser in warmen Ländern beimißt. Ich habe in Spanien Kanäle von 25 Kilometern gesehen, ja in einem Falle sogar von 68 Kilometern Länge — dies wäre ja die ganze Breite Palästinas — mittels derer man kleine Mengen von 100 bis 200 Sekundenliter, etwa ein bis zwei Prozent der Wassermenge des Jarkon, nach den Orten der Benutzung des Wassers leitete. Wasser 133