Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 143)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3476254-3476282--5842-3481988- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
4. Sitzung: Generaldebatte Genußmittel andererseits liegen wird. Hiezu gehören neben den Massenerzeugnissen der Gemüsekultur Früchte wie Bananen, Apfelsinen, Rosinen, Feigen usw. Es handelt sich bei allen diesen Erzeugnissen um Stoffe, für die sich ein immer größer werdender Bedarf bei den Völkern offenbart. Die Furcht vor der Konkurrenz billiger erzeugender Länder ist unbegründet: während die Konsum- und Kaufkraft der europäischen Länder wächst, lassen sich die von Natur aus bevorzugten Gebiete nicht vermehren. Vielmehr müssen die europäischen Intensivisten, die die für die hochwertigen Produkte erforderlichen günstigen klimatischen Bedingungen künstlich schaffen, die Konkurrenz warmer Länder bald fühlen. 2. Das Ziel muß sein: große Kolonien von vielen hundert Familien, die sich mit der Kultivierung solcher Erzeugnisse befassen. Kleine Flächen, billige Siedlungsmöglichkeit, größere Fassungsfähigkeit Palästinas für Einwanderer, nicht allein in der Landwirtschaft, sondern auch in den damit verbundenen Industrien; für die meisten zum Export gelangenden Produkte sind Kisten und Dosen erforderlich, die Arbeit des Packens nimmt tausende von Leuten in Anspruch (ein Beispiel: in Malaga sind während der Saison mit der Verpackung der Rosinen 50.000 Menschen beschäftigt). 3. Der Einwand, die intensive Ausnutzung des Bodens auf kleinen Flächen beeinträchtige den Bodenkauf, wir müßten möglichst viel Land kaufen und es zunächst extensiv ausnutzen, ist nicht stichhältig. Das Ziel muß sein: Land erwerben, was nicht nur durch Kauf zu geschehen braucht, es zuerst okkupieren, dann kolonisieren. Das erstere — ein kurzes Stadium der extensiven Uebergangswirtschaft, besonders geeignet für junge unverheiratete Chaluzim, dies müßte die nationale Aufgabe der Kwuzah sein. Das letztere — die Kolonisierung — müßte bald darauf durch zahlreiche Familien nach erfolgter gründlicher Vorbereitung von Boden, Wirtschaft und zum Teil der Menschen geschehen. Und daraus ergeben sich unsere programmatischen Forderungen für die Arbeit der Organisation auf dem Gebiete der ländlichen Siedlung. 1. Land. Landkauf, Landerwerbung, Landerschließung müssen zentralisiert sein in Händen von nationalen und von gemischtwirtschaftlichen Organisationen, auf deren Geschäftsführung die nationalen Institute Einfluß haben müssen. Der unvermehrbare Faktor der landwirtschaftlichen Erzeugung — der Boden — muß aufhören, ein Objekt der Spekulation zu sein. Unbebauter Boden müßte aus dem Handelsverkehr herausgenommen werden. Käufer und Verkäufer überschätzen oft die Produktionskraft unbebauten Bodens. Anders verhält es sich mit dem Verkehr in fertigen landwirtschaftlichen Betrieben. Sie werden nach ihrem ökonomischen Wert behandelt werden können. Eine Pflanzung, eine Farm wird von den 132