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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 130

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 130 (sequence 141)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476282--5840-3481986
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4. Sitzung: Generaldebatte ten Staaten werden mehr Zwiebeln aus Spanien verlangen. Sie sehen, daß auch Zwiebeln ein Welthandelsartikel sind. Auch hier handelt es sich um weltwirtschaftliche Zusammenhänge. Ein weiteres Beispiel — die Kanarischen Inseln. Hier auf den wenigen Inseln, wo es künstliche Bewässerung gibt — die Gesamtfläche unter Bewässerung war 1916 nicht mehr als 6500 Hektar 70.000 Dunam — waren mit Tomaten etwa 20.000 Dunam bebaut, die 11 Pfund je Dunam ergaben. Diese Inseln verdanken gegenwärtig ihren Wohlstand der Kultivierung von Bananen, Zwiebeln, Tomaten und Kartoffeln, die sämtlich zur Ausfuhr, in der Hauptsache nach England, gelangen. Auch in Algier, nach dem Berichte der Algerischen Akademie für Landwirtschaft vom April 1925, geht gegenwärtig eine Wandlung vor sich: der Norden von Algier war in seinen Küstenstrichen ein Gebiet des Weines und des Weizens, nun geht man dort zur Kultur von Fruchtbäumen, Frühgemüse und Tabak über. Fast überall, wo man in den klimatisch bevorzugten Gebieten die Produktion nach dem Export richtet, handelt es sich gar nicht um Extensität oder Intensität, sondern einfach um die Frage der Erzeugung hochwertiger Produkte. Natürlich braucht man, wenn man hochwertige Produkte liefert, eine kleine Fläche zur Ernährung der Familie, und diese läßt sich darum intensiv anbauen. Es ist falsch, wie es manche meiner palästinensischen Opponenten noch immer tun, die Forderung aufzustellen: erst Verdichtung der Bevölkerung, dann intensiver Anbau. Nicht darum handelt es sich! Die Möglichkeit, hochwertige Erzeugnisse hervorzubringen, was ein Privileg weniger klimatisch bevorzugter Gebiete ist — und das ist der springende Punkt — gestattet uns die Intensivierung des Betriebes auf kleinen Flächen. Woher erhält denn Palästina und insbesondere die jüdische Siedlung ihre Haupteinnahme? Vom Orangenbau und im vorletzten Jahre vom Tabak! Hat man da auf eine Verdichtung der Bevölkerung gewartet, um Orangen zu kultivieren? War die Aufnahme der Tabakkultur etwa eine Folge der neuen Einwanderung? Glauben Sie mir, man wird sich nicht um die Theorie der Bevölkerungsverdichtung als Voraussetzung für intensive Kultur kümmern, sobald man den Erfolg des Anbaues von Tomaten, Zwiebeln, Kartoffeln und Bananen auf kleinen Flächen sehen wird. Sie werden mit keinen Theorien des langsamen Ueberganges und der Autarkie die Siedler im Emek davon zurückhalten, daß sie von einer kleinen Fläche einen höheren Ertrag erzielen als gegenwärtig von der großen, trotz schwerer Fronarbeit, die sie heute zu leisten haben. Ihre eigenen Zahlen, soweit sie richtig sind, haben es ja bewiesen. Die jüdische Siedlung in Palästina lebt heute nicht von dem auf der eigenen Scholle erzeugten Brot. Diese Erzeugung fällt kaum 130

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