Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 137)
- Language
- German, English, Hebrew
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4. Sitzung: Generaldebatte nisse und Erfahrungen zu ersetzen sucht. Dazu ist es aber erforderlich, daß man schon im Lande über eine gewisse Anzahl wirklicher Fachleute verfügt, die neben Landeskenntnis noch über Erfahrung in anderen Ländern verfügen; letzteres ist besonders wichtig. Ich will hier niemanden im einzelnen treffen, wenn ich sage, daß die Zusammensetzung der Kommissionen dieser Forderung nicht immer entsprach. Dann ist es aber sehr wesentlich, daß der Leiter der Abteilung kritisches Vermögen, weiten Blick und Unabhängigkeit des Lirteils besitzt, neben allgemeiner kolonisatorischer Vorbereitung und Erfahrung, um der Arbeit der Kommissionen die Richtung zu geben und aus ihr Nutzen zu ziehen. Die eigentliche Kolonisationstätigkeit der Abteilung für landwirtschaftliche Siedlung erstreckte sich in erster Linie auf die Fundierung der Moschwe-Owdim und Kwuzoth, in viel geringerem Maße auf die Förderung der alten Kolonien. Die Tabelle 2 bringt dankensT werterweise nicht nur die Zahlen für die zwei Berichtsjahre, sondern auch für die zwei vorangehenden. Aus diesen Zahlen ist zu ersehen, daß in vier Jahren von insgesamt 430.000 Pfund etwa 360.000 für die neue Kolonisation und etwa 14.000 Pfund für die alten Kolonien, außerdem 6500 Pfund für Ansiedlung von Jemeniten ausgegeben wurden. Es verbleiben noch Beträge für landwirtschaftliche Instruktion, Museum, Aufforstung, Verwaltung und Verschiedenes von insgesamt etwa 40.000 Pfund. Daß die neue Siedlung überall im Lande bislang den Charakter einer Arbeitersiedlung trägt, erklärt sich durch die tatsächlichen Anforderungen der Einwanderung bis zur sogenannten vierten Alijah. Es kamen Chaluzim allein ins Land, und so mußten sie kolonisiert werden. Die Aufgaben für die Zukunft müssen aber genau so von der Zusammensetzung der Einwanderung beeinflußt werden. Wir wollen keine Klassenkolonisation betreiben, sondern ein jeder Jude, wenn er Eignung und Lust zur Landwirtschaft beweist, bildet das Objekt unserer Fürsorge. Was bislang ein Erfordernis der Zeitumstände war, darf nicht stabilisiert werden. Die bisher zur Ansiedlung gelangenden Elemente sind entweder junge unverheiratete Leute in Kwuzoth oder jung verheiratete Familien in den Moschwe-Owdim. Dies ist aus den Tabellen 1 und 3 zu ersehen: die Zahl der landwirtschaftlich Tätigen war im letzten Jahre ca. 3000, die Anzahl der Seelen insgesamt ca. 4500. Es folgt daraus, daß zwei Drittel aller Leute erwachsen oder halbwüchsig sind. Die Zuwanderung von Eltern und Verwandten in die Moschawim hat stellenweise die Zusammensetzung der Familien und somit ihre Arbeitsfähigkeit verbessert. Die Kwuzoth stellen aber Arbeiter-Bataillone dar, in denen auch die leichteste Arbeit, bei der Knaben und Mädchen verwendet werden können, von Erwachsenen geleistet werden muß. Tabelle 5 126