Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 136)
- Language
- German, English, Hebrew
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Soskin meiner Auseinandersetzungen nur noch auf eine Würdigung des Departements für landwirtschaftliche Kolonisation beschränken. Nur noch eines muß der Plankommission gesagt werden. Geben Sie den Kolonisten im Emek im vollen Ausmaße und nicht abgeknappt das, was sie zu einem komfortablen zufriedenen Leben führen kann. Dies ist billiger als die auf die Dauer unerträgliche Einschränkung. Nur muß die wirtschaftliche Basis vollständig gesund sein. Und dies ist sie nicht bei Ihren Vorschlägen. Ist die Grundlage des Betriebes gesund, so braucht nicht, wie Sie es tun, das Bild eines zu Defiziten und zu Schulden verurteilten Siedlers an die Wand gemalt zu werden, der infolge schlechter Ernährung immer mehr herunterkommen wird. Bei Ihren Methoden wird er über kurz oder lang fortlaufen müssen! Was den Bericht des Departements für landwirtschaftliche Kolonisation selbst anlangt, so fällt es bei seinem Studium sofort auf, daß seinen zahlreichen Leitern ein eigenes kritisches Urteil über die ihnen von den Fachleuten unterbreiteten Vorschläge und Methoden gefehlt hat. Bei aller Anerkennung der Ansätze, die gemacht wurden, um neue Baumkulturen einzuführen, wobei die Frage der Tafeltrauben und Rosinenfabrikation besonders wichtig ist, fällt es auf, daß nichts auf dem Wege der Förderung der Gemüsekultur geschehen ist. Ist die so wichtige Kultur der Feige in Angriff genommen worden? Man denke nur an die Bedeutung der Smyrna-Feige und an die mit ihr in Kalifornien erzielten großartigen Erfolge. Daß die Bananen kultur für Palästina eine ganz besonders hervorragende Bedeutung haben wird, unterliegt für mich keinem Zweifel. Der Bericht vergißt zu erwähnen, daß die beste Bananenpflanzung beim Baron Rothschild in Nezleh bei Sichron-Jakob zu finden ist aus Pflanzmaterial, das schon vor achtzehn Jahren von dem damaligen Inspektor der Baronischen Kolonien, dem inzwischen verstorbenen französischen Agronomen Barbier, aus Algier eingeführt wurde. Welche Rolle das Departement für landwirtschaftliche Siedlung beim Tabak gespielt hat, vermag ich nicht zu sagen, daß sie aber an die Förderung der Rizinusseidenzucht nach langem Kampf und mit Widerstreben herangegangen ist, weiß ich aus persönlicher Erfahrung. Wohl den bedeutendsten Teil des Berichtes nimmt die Aufzählung der besonderen Kommissionen ein, die zum Studium einzelner Fragen der Siedlung eingesetzt wurden. Die wichtigste ist die Plankommission. Aus meiner eingehenden Kritik der Arbeit dieser Kommission muß die Schlußfolgerung gezogen werden, daß an sich gesunde Ideen oft in ihrer Ausführung versagen. Gewiß ist es zu begrüßen, wenn die Abteilung der Exekutive für landwirtschaftliche Siedlung sich Rat von kompetenten Fachleuten holt, hiezu besondere Kommissionen einsetzt und somit die ihr mangelnden Kennt- 125