Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 135)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3476254-3476282--5834-3481980- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
4. Sitzung: Generaldebatte Nahalal und Nuris fordern? S i e dürfen keinen Heller für einen so großen Zweck bekommen, denn sie verstehen nicht, was Wasser für die Landwirtschaft warmer Länder bedeutet! Aus dem ganzen Bericht der Plankommission spricht, abgesehen von den hier zitierten Unrichtigkeiten und Unüberlegtheiten, ein Mangel an Konsequenz, ein Festhalten an Ideen, die schon von verschiedenen Seiten als unrichtig kritisiert wurden, ein Sichverbeißenwollen in vorgefaßten Doktrinen. Ich resümiere: Die Kommission empfiehlt die langsame Ausrüstung durch den Kolonisten selbst, sie sagt „partial equipment", statt ihm die vollen Mittel für die schnelle Produktivität seines Betriebes in die Hand zu geben, wie es auch Mead fordert. Sie scheint die grundlegende Forderung der Landwirtschaft nicht zu kennen, daß nur hochwertiges Material, das einzig und allein rentabel ist, verwendet werden muß: erstklassiges Saatgut, reichliche Düngung, leistungsfähiges Milchvieh, hochgezüchtetes Geflügel. Sie basiert ihr Budget auf höheren Erträgen, als sie normalerweise im Ackerbau erwartet werden dürfen. Andererseits setzt sie die Erträge beim Gemüsebau niedriger ein, als sie bei guter Arbeit wahrscheinlich sind. Sie weiß durchaus nicht den Wert der Bewässerung zu schätzen. Sie kann einfach nicht rechnen, wenn sie nicht sieht, daß das Ziel eines rentablen Betriebes schneller auf dem Wege der intensiven Kultivierung in kleineren Parzellen erreicht werden kann, was in ihrem eigenen Voranschlag bewiesen wird. Sie hält an der Idee der Autarkie fest, trotzdem sie sie doch selbst durchbricht, indem sie die Rentabilität des Betriebes auf Verkauf großer Teile der Produkte aufbaut. Warum sollen dann Brot. Viehfutter, Düngermittel usw. nicht gekauft werden? (Lebhafte Unruhe.) Vorsitzender Vizepräsident Dr. Klumel: Ich bitte, sich ruhig zu verhalten. Delegierter Dr. Soskin (fortfahrend): Es tut mir leid, konstatieren zu müssen, daß der Bericht, wie er ist, nicht akzeptiert werden kann. Er erfordert eine gründliche Durcharbeitung und Aenderung. Sieht man sich die Namen der Mitglieder der Kommission an, so kann man dem Kolonisations-Departement nicht den Vorwurf ersparen, daß es den Bock zum Gärtner gemacht, das heißt, dieselben Herren in die Kommission eingesetzt hat, die für den ursprünglichen Plan der Emek-Siedlung mitverantwortlich sind. Eine noch eingehendere Kritik dieses Berichtes würde den Kon^ greß über Gebühr ermüden. Ich werde mich daher im kritischen Teil 124