Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 133)
- Language
- German, English, Hebrew
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4. Sitzung: Generaldebatte Eine' größere Investierung würde sich hier bezahlt machen. Man empfiehlt uns hier aber, um Geld zu sparen, eine nur langsame Vermehrung aus der Wirtschaft heraus. Mit anderen Worten, eine rationelle Milchwirtschaft erfordert bei uns in Verbindung mit Feld- und Futterbau neben hundert Dunam Land auch noch recht viel Geld. Deswegen kommt diese Form der Landwirtschaft nur für Leute mit erheblichen Mitteln in Betracht. Ganz anders sieht aber die Sache aus, wenn man auf kleinster Fläche in unmittelbarer Nähe der Stadt Kühe hält, die man mit gekauftem Futter ernährt. Die Rentabilität einer solchen Milchviehhaltung steht außer Zweifel. Sie erfordert keine großen Investitionen in Land, kein Inventar für Feldbau, sie ist der Typ einer sozusagen milch erzeugenden Industrie. Die Milchviehhaltung wird ein lohnendes Geschäft sein in Bnei Brak, in Ir Ganim, beim Anhalten von hohen Preisen noch in Migdal und Ein Chaj, allerdings nur bei ganz geringen Anlagekosten der Wirtschaft in Land und Inventar. Nur müssen beste Kühe angeschafft werden. Nur solche geben Reingewinn. Vergleichende Melkungen zeigten zum Beispiel in England, daß Kühe, die etwa 2000 Liter per Jahr lieferten, noch einen Verlust von 1/2/— Pfund ergaben, dagegen Kühe mit 2700 Liter 3 Pfund pro Kuh Reingewinn und solche mit etwa 4000 Litern einen Reingewinn von 8/16/— Pfund pro Kuh lieferten. Die Plankommission errechnet aber von vier Kühen einen E# trag von 8000 Litern, die noch nach Abzug des Selbst Verbrauches einen Gelderlös von 60 Pfund bringen. Dies von Kühen, die nur 2000 Liter geben. Die 30 Dunam Land, die zur Futtererzeugung dienen, bringen somit einen Gelderlös von 60 Pfund. Ich bezweifle die Höhe der Gelderträge an Futter und die Milchmenge von vier gemischtrassigen Kühen. Auch unter den teuren Bedingungen Palästinas lohnen nur hochleistungsfähige Kühe. Nehmen wir aber auch diese Voraussagen für richtig an, so stellt sich heraus, daß die Feldwirtschaft von insgesamt 80 Dunam dem Kolonisten für 9 Pfund Brot, für 18 Pfund Milch in Natur und außerdem einen Gelderlös von 60 Pfund pro Jahr liefert, das ist etwas über 1 Pfund vom Dunam. Der dritte Zweig der gemischten Wirtschaft, der auf der Selbsterzeugung des Futters fußt, ist die Geflügelzucht. Und da unterlaufen der Plankommission schon solche komische Fehler, daß man sich die Augen reiben und fragen muß, ob man richtig gelesen hat. Auf Seite 7 wird für Geflügel eine Jahresmenge von 25 bis 30 kg Körnerfutter pro Stück gefordert. Auf Seite 8 wird der Preis pro Tonne Körner mit 10 Pfund angesetzt, somit kosten die 25 bis 30 kg Hühnerfutter 25 bis 30 Piaster. Für fünfzig Hühner sind erforderlich bis 1500 kg Körner. Nehmen wir an, es sind Weizenkörner, so braucht die Plankommission zur Ernährung von 50 Hühnern 15 bis 25 Dunam, das ist eineinhalb bis zweieinhalb soviel Boden wie zur Ernährung einer fünfköpfigen Familie mit Weizen erforderlich ist. Die für die 122