Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 132)
- Language
- German, English, Hebrew
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Soskin sclion vier Kühe. Auf Seite 8 ihres Berichtes führt die Plankommission an, daß die bilanzmäßigen Erträge der einzelnen Betriebe bei Mais und Hülsenfrüchten 50 bis 60 kg pro Dunam sind. Im Anhang 2 wird aber der Ertrag vom Dunam Wicke und Pferdebohnen mit 120 kg und bei Mais mit 150 kg berechnet. Wie ich schon beim Getreide betont habe, ist solche sprunghafte Erhöhung der Erträge um hundert Prozent, ja sogar um zweihundert Prozent (bei Mais) nicht möglich. Aber die Plankommission behauptet in einer Anmerkung zu Anhang 2, sie habe untermittelmäßige Erträge angenommen, es gäbe schon jetzt im Lande vervollkommnete Betriebe, deren Erträge fast das Doppelte der von ihr zugrundegelegten Zahlen betragen. Das würde soviel bedeuten, als daß es im Lande schon Erträge von 2200 kg beim Weizen, 2400 kg bei Hülsenfrüchten, 3300 kg bei Gerste und Hafer, und dies in mehreren Betrieben gebe, das sind höhere Beträge als durchschnittlich in Deutschland. Ich nehme mir die Freiheit, diese Behauptung anzuzweifeln. Vielleicht hat man auf einigen Versuchsparzellen in der Versuchsstation in Benschemen solche Erträge erzielt. Vielleicht hat gelegentlich bei einem besonders günstigen Wetter eine reichgedüngte Parzelle besonders hohe Erträge erbracht. Aber auf Grund solcher vereinzelter Fälle den Kolonisten in Emek solche Durchschnittserträge auf den großen Flächen bald in Aussicht zu stellen, ist zumindest ungerechtfertigt, wenn nicht leichtfertig. Es folgt daraus, daß man bei der vorläufig geringen Ertragsfähigkeit unserer Felder auf 30 Dunam unbewässerten Bodens nicht vier gute Kühe ernähren kann. Wohl lassen sich noch mehr Kühe darauf halten, aber unter Zukauf von Kraftfutter. Wird doch in Dänemark auf Wirtschaften von nur fünf Tonnen Land, das ist 27 Dunam, nicht nur Geteide für die Familie erzeugt, sondern es werden darauf noch sechs Kühe, ein Pferd, achtzehn Schweine und hundert Hühner gehalten. WTie ist dies in einem Lande mit rauhem Klima und von Natur aus armem Boden möglich? Weil man intensive Milchwirtschaft treibt, das heißt auf kleiner Fläche unter Zukauf von Kraftfuttermitteln und durch starke Düngung hohe Erträge und Einnahmen erzielt. Aber der Zukauf von Kraftfutter widerspricht ja dem Dogma, die Wirtschaft müsse alles erzeugen, es dürfe nichts gekauft werden! Es würde zu weit führen, wollte ich noch im Einzelnen bei den Zahlen verharren, die der Berechnung der Milcherzeugung zu Grunde gelegt werden. Nur auf eines möchte ich hinweisen: Professor Mead empfahl die Milchwirtschaft für den Emek. Aber er forderte mehr und bessere Kühe, damit sich aus der Milchviehhaltung auch dann ein Ueberschuß ergebe, wenn die Milchpreise sinken als Folge des größeren Angebotes und man an die Herstellung einer konkurrenzfähigen Butter für den Export wird schreiten müssen. Freilich bedeutet das eine schnelle und nicht langsame Ausrüstung. 121