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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 120

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 120 (sequence 131)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476282--5830-3481976
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4. Sitzung: Generaldebatte Wissen die Herren der Plankommission, daß m>n in den letzten Wochen aus Sowjetrußland Heu nach Jaffa eingeführt hat? So hoch ist der Preis für auf den Feldern jüdischer Koloniten erzeugtes Gersten- und Wickenheu! Ist es nicht zu erwarten, daß man morgen statt geringeren Wert repräsentierendes Heu nunmehr Milch in Dosen, das wertvollere Produkt, nach Palästina aus den Ländern der hei weitem billigeren Erzeugung von Futter einführen wird? Auf den gegenwärtigen anormalen Verhältnissen der landwirtschaftlichen Produktion in Palästina basiert man die Milrchwinschaft in den jüdischen Kolonien. Auf Seite 5 des dem Kongresse vorgelegten Berichtes des Departements für landwirtschaftliche Kolonisation der Exekutive steht zu lesen: Die Milchprodukte bilden derzeit, dank den hohen Preisen, eine wachsende Einnahmsquelle für unsere Betriebe. Auf der unsicheren Basis der gegenwärtig abnorm hohen Preise für Milch und Butter wird die Milchwirtschaft in unseren Kolonien aufgebaut. Was geschieht aber, wenn man anstatt Heu Milch aus dem Auslande bringt, wie man uns schon australische Butter und australischen Weizen, ägyptische Eier einführt? Dann stürzt auch dieser zweite Pfeiler der gemischten Wirtschaft zusammen! Während aber der Getreidebau sich nur auf die Versorgung von Mensch und Vieh beschränkt, bringt nach den Voraussagen der Plankommission die Milchwirtschaft die Hälfte des gesamten Geldbedarfes der Familie, das ist rund 60 Pfund Sterling im Jahr ein. Dieser Wirtschaftszweig durchbricht schon den Grundsatz der Autarkie. Der nicht Handel treiben wollende Siedler des Emek verkauft die Milch nach der Stadt. Wo bleiben da die theoretischen Grundsätze der sich selbst genügenden Wirtschaft? Wenn ihr Milch und Butter verkauft, warum sollen denn nicht auch die Produkte der intensiven Wirtschaft, wie Tomaten, Zwiebeln, Kartoffeln, verkauft und ausgeführt werden dürfen? Und in der Tat beschäftigt sich gegenwärtig der „Hamaschbir" mit der Organisation des Absatzes im Auslande. Es ist vor einem Monat eine Sendung von Tafeltrauben und eine solche von Wassermelonen von Haifa über Rumänien nach Polen abgesendet worden. Eines hat wenigstens die Propaganda für intensive Wirtschaft, die ja auf der Ausfuhr fußt und sie andauernd fordert, erreicht: man ist von dem Grundsatze der strengen Autarkie abgegangen und sieht ein, daß man nur durch Austausch der Produkte und besonders durch Schaffung eines weiten aufnahmsfähigen Marktes für unsere Produktion im Auslande vorwärts kommen kann. Sehen wir nun aber die Vorschläge der Plankommission betreffend die Milchwirtschaft etwas näher an. Auch hier sind merkwürdige Dinge verborgen. Da fällt es zunächst auf, daß die Fläche, die für Futterbau gebraucht wird, in der ersten sogenannten Uebergangsperiode von fünf Jahren zwei Kühe ernährt, in dem darauffolgenden Jahre aber 120

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