Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 119 (sequence 130)
- Language
- German, English, Hebrew
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- Haifa 1× ep/1047930
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r Soskin j dern, damit das Prinziz der Autarkie a tout prix gerettet werde? Und { dies, üm auf der eigenen Scholle mit eigener teurer Arbeit einen Geld- I wert von nur neun Pfund Sterling pro Jahr und Familie zu erzeugen! | Und nun gelangen wir zum zweiten Stützpfeiler der gemischten ] Wirtschaft, zur Milchwirtschaft. Und da tut es mir leid — auch hier 1 muß ich der Plankommission den Star stechen. M i 1 c h w i r t - "i ' Schaft kann in Palästina auf die Dauer nicht lohnen. Dies will ich versuchen zu beweisen. Auch Milch und die daraus ge- \ wonnene Butter und Käse sind Erzeugnisse großer Flächen billigen Landes. Die wenigen Ausnahmen, da es verlohnt, hochwertiges Milchvieh in der Nähe der Städte oder gar in der Stadt selbst ohne Land zu halten, ändern nichts an der Richtigkeit dieser Tatsache im allgemeinen. Jedermann weiß, daß es in fast allen Ländern, wo Landwirtschaft betrieben wird, weite Strecken gibt, die als Weiden und Wiesen zur Ernährung der Milchkühe dienen, daß Butter dank der vorzüglichen Technik der Herstellung und des Verkehrs ebenso ein Weltmarktartikel geworden ist wie das Getreide. Australische erstklassige Butter kostet in Palästina 7 Piaster pro Y\ kg, während die aus den jüdischen Kolonien herstammende, bei weitem schlechtere Butter in Tel Awiw mit 14 Piaster pro Pfund berechnet wird, wogegen die amtliche Butternotierung in Berlin vom 11. Juli d. J. 1.68 Mark für prima Qualität ist. Wohl nirgends in der Welt ist Milch so teuer wie gegenwärtig in Palästina. Milch kostet in Tel Awiw 80 Pfennig pro Liter, in Haifa 60 bis 70 Pfennig. In der Millionenstadt Berlin aber, wo die Lebenshaltung nach dem Kriege und nach der Wiedereinführung der Goldwährung wohl am teuersten in Europa ist, kostet frische Milch nur 32 Pfennig pro Liter. Und was kostet sie auf dem Lande, wenn die daraus gemachte Butter weniger als ein Drittel des Preises der palästinensischen Butter notiert wird? Nun werden mir die Herren von der Plankommission entgegenhalten, wir basieren ja unsere Milchwirtschaft im Emek auf dem Absatz von frischer Milch und nicht auf Butter. Was scheren uns die billigen Preise für Milch in Berlin und die bei weitem noch billigeren in Ostelbien oder in Mecklenburg! Darauf die Antwort: auch frische Milch, nicht kondensierte, sondern einfach frische Naturmiich, pasteurisiert und in Blechdosen, war schon vor dem Krieg ein Handelsartikel. Unsere tägliche frische Milch hatten wir in Kamerun, im tropischen Afrika, in Dosen von einer Firma in Waren in Mecklenburg. Und diese Milch war vollständig einwandfrei. Und wenn die Lebenshaltung in Palästina noch andauernd so teuer bleibt, wie sie gegenwärtig ist, so bleibt es nur eine Frage von kurzer Zeit und wir bekommen frische Milch vom Auslande. Vielleicht nicht aus Deutschland, das jetzt zu den teureren Ländern gehört, aber aus Rumänien zum Beispiel, das regelmäßige Verbindung mit Palästina hat und wo es eine billige Milchwirtschaft gibt. 119