Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 116

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 116 (sequence 127)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3476254-3476282--5826-3481972
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

4. Sitzung: Generaldebatte rufen würden: „Versuchen Sie diesen dauernden Kampf mit dem Mangel am eigenen Leibe!1' Und was ist der eigentliche Grund für die Empfehlung der unzugänglichen Ausrüstung? Entweder eine unangebrachte Ideologie oder der Versuch, eine unrentable Kolonisationsform a tout prix billig zu machen. Wenn nun eine Wirtschaft 1500 Pfund kostet, so muß sie doch wenigstens die Zinsen für das Kapital und, da es sich um dargeliehenes Geld handelt, auch eine Amortisation erbringen. Spricht man von Verzinsung, so muß man nicht eine illusorisch geringe Quote von zwei Prozent einsetzen, wie es bei dem Boden des Jüdischen Nationalfonds geschieht, eine Quote, die die Auffassung ihrer Urheber widerspiegelt, daß Landwirtschaft ein schlechtes Geschäft ist, das von vornherein ein Opfer erfordert. Landwirtschaft kann und soll eine anständige Verzinsung und eine in vernünftigen Grenzen gehaltene Amortisation ertragen. In verschiedenen Ländern, wo staatliche Kolonisation getrieben wird, erachtet man fünf Prozent Zinsen und ein Prozent für Amortisation für zulässig, so daß die Gesamtschuld in 36^i Jahren ausbezahlt wird, bei Zahlung in halbjährigen Raten. Es ist klar, daß Privatkapital auch für solche Zinsen nicht zu haben sein wird und daß hiebei nur an staatliches oder an Kapital von gemeinnützigen Institutionen gedacht werden kann. Wird man für die Gelder des Keren Kajemeth und des Keren Hajessod fünf Prozent Zinsen und ein Prozent Amortisation hereinbekommen, so wird es ein ungeheurer Ansporn für die Gebefreudigkeit weitester Kreise sein, ja man wird eine Basis für eine großzügige Anleihe schaffen können. Fordern wir also insgesamt sechs Prozent jährlich für das in eine gemischte Hundert Dunam-Wirtschaft hineingesteckte Kapital, -so muß sie allein hiefür 90 Pfund pro Jahr einbringen. Diesen Betrag müßten die nationalen Institutionen jährlich erhalten, wenn wie im Falle der Arbeiteransiedlungen das ganze Kapital hergeliehen wird. Aber auch der Privatmann, der die Wirtschaft mii eigenem Gelde einrichtet, wird sich doch zuerst eine Verzinsung und Amortisation von 90 Pfund pro Jahr in die Jahresbilanz einsetzen dürfen. Kann dies der Getreidebau in Palästina einbringen? Jedermann weiß, daß gegenwärtig die Feldwirtschaft in Palästina durchschnittlich noch nicht einmal ein Pfund pro Dunam brutto einbringt, und dies weiß auch die Kolonisationsabteilung der Exekutive und die von ihr eingesetzte Plankommission, die in ihrem Vorberichte uns vorrechnet, daß der Ertrag pro Dunam Weizen 60 bis 80 kg, bei Gerste 90 bis 125 kg, bei Mais und Hülsenfrüchten 50 bis 60 kg ist, die sämtlich — merkwürdigerweise — einen Preis von 10 Pfund pro Tonne haben. Somit bringt ein Dunam Getreide beim Weizen nur 116

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.