Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 126)
- Language
- German, English, Hebrew
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Soskin trag kosten. Wenn wir richtig rechnen, so kostet schon eine Hunderfc Dunam-Wirtschaft 1500 Pfund, in Benjamina, wo bessere Häuser gebaut wurden, kostet jede Wirtschaft etwa 2000 Pfund. Aber der Kolonist im Emek ist auch nicht fertig eingerichtet. Die Kolonisationsabteilung hat eine Plankommission eingesetzt, die ein ganzes Jahr gearbeitet hat und die zur Konsolidierung des Emek eine Bewässerungsanlage vorschlägt, die zusammen mit einigen Bauten allein einen Baumaterialienkredit von 50.000 Pfund erforderlich macht. Wieviel die Arbeit dazu noch kosten wird, ist im Bericht nicht erwähnt. Von diesen Beträgen muß man einen entsprechenden Teil auf jede Wirtschaft in Anrechnung brigen. Gewiß werden hier die Kosten 150 Pfund per Familie ausmachen, wenn man annimmt, daß insgesamt 400 Familien von dieser Aktion benefizieren werden, dies unter Anrechnung eines Betrages von 10.000 Pfund für die Arbeit außer dem Baumaterialienkredit von 50.000 Pfund. Die Kosten pro Familie werden somit im Emek 1500 Pfund betragen. Zwar ist ein Teil der Kosten auf nicht rechtzeitige Auszahlung der Gelder zu stellen, was gewiß ein verteuernder und die Wirtschaft erschwerender Umstand ist. Aber die Kolonisten haben noch nicht alles, was sie brauchen. Die Zahl der Kühe muß erhöht werden, die Häuser müssen aus soliderem Material hergestellt werden. Aber die Plankommission hält es merkwürdigerweise für richtig, dem Siedler nicht alle Geräte und Bedarfsgegenstände zu geben, sie ist nicht für „füll equipment" (volle Ausrüstung). Vielmehr müssen die Siedler sie sich selbst langsam und allmählich anschaffen. Erst soll der Siedler keine volle Ausrüstung erhalten, er soll sich aus den Erträgen der Wirtschaft „langsam und allmählich" sein Inventar ergänzen und dann sollen die Erträge noch weiter steigen, um die Lebensführung des Siedlers zu bessern und ihn die Notlage der ersten Jahre vergessen zu machen. Wenn er es nur so lange aushält! Warum kommen Sie mit solchen überwundenen Ideen und Vorschlägen, wenn man doch sonst schon in der Welt die Erfahrung gemacht hat, daß die beste und vollste Ausrüstung mit allem Notwendigen allein zum Ziel führt, daß ein Hinschleppen der WTirtschaftseinrichtung ein Vegetieren und langsames Hinsiechen bedeutet? Weiß denn nicht jederman, daß auch der kleinste Fabriksbetrieb, um erfolgreich zu sein und Gewinne abzuwerfen, voll ausgerüstet sein muß? Es darf nichts daran fehlen, sonst ist es ruinös. Und ist denn der landwirtschaftliche Betrieb kein nach ökonomischen Grundsätzen aufzubauender Organismus? Warum soll der Landmann in Bedingungen gesetzt werden, in denen er nicht vorwärts kommen kann, in denen er seine Mannesenergie letzten Endes verlieren muß? Statt diese Energie für die Produktion aufzusparen, verschwendet der Siedler sie im Kampfe mit der mangelnden Ausrüstung und den rohen Verhältnissen der unvorbereiteten Umgebung. Es klänge boshaft, es wäre aber nur gerecht, wenn die Siedler den Urhebern dieses Ssytems und seinen Befürwortern zu- 8* 115