Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 86)
- Language
- German, English, Hebrew
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Halpern Meine Damen und Herren! Ich will Ihnen noch etwas sagen in Bezug auf die Landwirtschaft. Sehen Sie, ich habe lange darüber nachgedacht, ob es nicht eine recht verwendbare Form der Landwirtschaft in Palästina gäbe, eine Form, die ich Farm Wirtschaft nenne. Das ist diejenige Form, bei der ein kapitalistischer Unternehmer bezahlte Arbeiter verwendet. (Ich will gar nicht darauf eingehen, ob arabische oder jüdische, ich meine selbstverständlich bloß jüdische Arbeiter.) Ich komme jedoch immer mehr zur Ueberzeugung, daß wir angesichts der gesamten Struktur der Landwirtschaft in Palästina diese Phase der Wirtschaftsentwicklng nicht fördern sollen, obwohl sie wahrscheinlich ökonomisch ganz gut ginge und obwohl sie, meine Damen und Herren, und das ist das Wichtigste, obwohl sie unvergleichlich mehr als die jetzige Form der Landwirtschaft eine Kreditbasis abgeben könnte. Trotzdem glaube ich, daß wir uns in der Landwirtschaft auch weiterhin auf diese Prinzipien einstellen sollen, die wir heute schon haben, auf die Prinzipien der Eigenarbeit. Delegierter Dr. Arlosoroff: Herr Dr. Halpern, was verstehen Sie unter „gesundem Gleichgewicht", von dem Sie vorhin gesprochen haben (Zwischenrufe)? Delegierter Dr. Hantke: Soll das so während des ganzen Kongresses weitergehen, Herr Arlosoroff (Zwischenrufe)? Vorsitzender Vizepräsident Motzkin (wiederholt das Zeichen mit dem Hammer gebend): Ich bitte den Herrn Redner nicht zu stören. Ruhe! Mitglied des Finanz- und Wirtschaftsrates Dr. Halpern (fortfahrend): Der Kapitalist, der bei aller seiner sonstigen Gesinnung für Palästina von dem Bedürfnis der Sicherheit geleitet ist, wird sich eine Betätigung außerhalb der Landwirtschaft suchen müssen. Eines steht fest: eine Privatinitiative hat man selbst und arbeitet dann nach seinen eigenen Grundsätzen. Wenn Sie glauben, daß man Leute mit Privatkapital hinbringen kann, die sich aber dann ganz unserer Führung unterwerfen, sind Sie im Irrtum. Diese Form werden Sie nicht finden. Es ist keine Schwie- 75