Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 85)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3476254-3476282--5784-3481930- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
3. Sitzung : Referate über Palästinawirtschaft Recht, die Arbeit auf die Frage zu verweigern, was mit den übrigen zu geschehen hat (Lebhafter Beifall). Es hat eine Zeit gegeben, da wurde gespottet, wenn man das Wort Industrie nur aussprach. Es ist nicht so lange her, da hat es ein Lächeln hervorgerufen, wenn man von der Privatinitiative sprach. Wir leben rasch und diese Zeiten sind vorbei. Es gibt nun viele im Kongreß, denen zu viel Privatinitiative in Palästina getrieben wird. Nun will ich Ihnen eine Ziffer nennen, die die heutige Industrie in Palästina betrifft: wir haben heute, wenn Sie die großhandwerklichen Betriebe, die bezahlte Arbeiter haben, mit hinzuziehen, 790 Betriebe mit 3500 Pferdekräften, in die 2,000.000 Pfund investiert wurden, wovon zwanzig Betriebe je zwanzig bis fünfzig und sechzehn Betriebe eine Zahl von fünfzig und mehr Arbeitern beschäftigen. Gemessen an England, Deutschland oder der tschechoslovakischen Republik ist das sehr wenig. Aber auch unsere Landwirtschaft, gemessen an der Landwirtschaft dieser Länder, ist gering. Seit dem Bestehen des Keren Hajessod haben wir für diese Zwecke, für Unterweisung und Beratung und für Anleihen an diese Industrie, 18.000 Pfund ausgegeben. Ich frage nur eines: welche Fortschritte hätten wir in dieser Industrie gemacht, nicht wenn wir weitere große Kredite gegeben hätten, nein, wenn wir wenigstens etwas getan hätten für Unterweisung und Belehrung. Es ist nicht wahr, daß die Juden nur die Landwirtshcaft lernen müssen, sie müssen auch die Industrie lernen. Denn sie verstehen von der Industrie herzlich wenig. Es ist nicht genug, mit irgendeinem Artikel selbst zu handeln oder selbst an der Herstellung dieses Artikels beteiligt zu sein. Wir haben ja viele jüdische Getreidehändler gehabt, bevor wir jüdische Landwirte hatten. Und so haben wir sehr viele Leute, die mit Produkten aller möglichen Industrien handeln, ohne daß sie wissen, wie man sie herstellt. Und ich sage, wir haben dafür nichts getan, und niemand kann behaupten, daß der Zustand genau derselbe wäre, wenn wir dafür etwas getan hätten (Beifall).