Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 87)
- Language
- German, English, Hebrew
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3. Sitzung: Referate über Palästinawirtschaft rigkeit eine Stimmung zu schaffen, bei der die Privatinitiative nachlassen wird und Privatkapitalisten nicht ins Land gehen werden, sogar jene nicht, die heute von äußeren Umständen getrieben werden, einen Weg zu suchen, und den Weg nach Palästina finden. Sie finden den Weg, weil sie eine Möglichkeit der Arbeit vorfinden. Aber Sie dürfen solchen Menschen nicht vorwerfen, daß sie Bourgeois seien, die sich nur von Eigennutz leiten lassen. Ich verstehe, daß man von der Gesamtheit der Zionisten, daß man von Keren Hajessod-Zeichnern verlangt, daß sie Verständnis haben für die Gesinnung eines Chaluz; aber ich verstehe nicht, daß man jene, die hinkommen, um zu arbeiten, verächtlich macht; von denen, die hinkommen, um zu spekulieren, von denen, für die Palästina gut genug ist, nur um dort Gewinne zu machen, von denen spreche ich nicht. Aber wer hinkommt, um so zu arbeiten, wie er dort arbeitete, von wo er kommt, wer etwas aufbauen will, so wie er es versteht, in seinem Interesse, den darf man nicht verächtlich machen, den muß man unterstützen, den müssen wir unterstützen und unterweisen, denn, ich wiederhole es, er versteht es selber nicht. (Beifall.) Meine Damen und Herren! Ich habe Ihnen vorhin die Ziffer genannt, die wir brauchen, und jeder von Ihnen weiß, daß bei allen unseren Beratungen der Satz gilt: Die Geldmittel des Keren Hajessod reichen nicht aus für die gigantische Aufgabe, die getan werden muß. Es gibt nur zwei Wege: erstens ganz neue und große Kreise für den Keren Hajessod heranzuziehen, welche große Mittel geben sollen, um einfach die Einnahmen des Keren Hajessod zu steigern. Geben sie die Mittel nicht, bleibt nur die andere Alternative, und man kommt, zweitens, auf das große Gebiet des Kredits. Es ist vielleicht das Unglück Palästinas, aber es ist ein Wirtschaftsgesetz, daß die schwierigste Kreditbeschaffung der ganzen Welt die für die Landwirtschaft ist. Wenn die großen Nationen und Völker heute ihre Landwirtschaft auszubauen hätten, hätten sie noch größere Schwierigkeiten als wir. Sie müssen heute, um ihre Landwirtschaft aufrecht zu erhalten, in 76