Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 84)
- Language
- German, English, Hebrew
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Halpern Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Meine Damen und Herren, ich verstehe ihre Aufregung' nicht; es sind doch verschiedene Redner vorgemerkt, die andere politische Ueberzeugungen vertreten werden. Dr. Halpern (fortfahrend): Alle die Herren von links betonen stets und haben mir gegenüber stets betont, daß man es in der Ordnung findet, daß man auch andere Elemente landwirtschaftlich ansiedeln lassen soll. Ich weiß nicht einmal, ob Sie damit Recht haben (Ruf links: Also gegen wen polemisieren Sie?). Ich polemisiere nicht, ich versuche Richtlinien einer Wirtschaftspolitik aufzustellen, und wenn Sie alle dieser Meinung sind, fühle ich mich geehrt. Sie werden Einzelheiten hören über die Schwierigkeiten unserer landwirtschaftlichen Arbeit. Ich erwähne nur eine Zahl: Wir haben 1100 Siedlerfamilien mit 4500 Seelen. Wir haben darauf, abgesehen vom Land, rund 350.000 bis 400.000 Pfund ausgegeben und müssen denselben Betrag aufwenden, um diese Siedlungen zu Ende zu führen, um ihnen dasjenige zu geben, ohne das sie nicht bestehen können. Ich möchte hier klar und deutlich sagen: obwohl ich weiß, daß die landwirtschaftliche Siedlung sehr teuer ist, gibt es keine Grenze, die uns, wie teuer sie auch sein mag, davon abhalten darf, zu dieser landwirtschaftlichen Siedlung zu kommen. Wenn ich sage, daß die landwirtschaftlichen Siedlungen die Voraussetzung sind, so ziehe ich daraus auch die Konsequenz: so gering a,uch unsere Mittel sein mögen, ein wesentlicher, ein sehr wesentlicher Teil unserer Gelder muß für die landwirtschaftliehen Siedlungen aller Elemente, die landwirtschaftliche Arbeit verrichten wollen und können, verwendet werden (Lebhafter Beifall). Ich kann aber nicht den Zwang der Mathematik brechen. Wenn ich weiß, daß die Ansiedlung einer Familie 800 Pfund ohne Land kostet, muß ich berechnen, daß ich für tausend Familien, 3000 Seelen, 800.000 Pfund brauche. Wenn ich das auf drei Jahre verteile, so kann es der Keren Hajessod, das hoffe ich, bestimmt aufbringen. Das sind jedoch nur zehn Prozent unserer Einwanderung, und niemand, der ernsthaft an den Aufbau herangeht, hat das 73