Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 70)
- Language
- German, English, Hebrew
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Weizmann, Sokolow eine Politik haben, und wenn sie gemacht wird, kann sie nicht gemacht werden ohne Zusammenhang mit anderen politischen Faktoren, das kann kein Volk der Welt. Es ist keine theoretische, sondern eine rein praktische Frage, daß wir die Grenzen zwischen den administrativen und politischen Problemen festlegen. Die Politik des jüdischen Nationalheimes muß vom Kongreß ausgehen, der Kongreß ist nach außen der Repräsentant des jüdischen Nationalheimes. Es ist eine Außenpolitik und eine Innenpolitik, wie bei jedem Volke. Sie beschränkt sich nicht auf das Mandatland. Eine höhere Instanz für unsere Sache ist der Völkerbund. Damit will ich nicht die Bedeutung der Mandatsregierung irgendwie einschränken, sondern nur die Tatsache hervorheben, die auch der Mandatsregierung gegenwärtig ist, daß der Völkerbund die höhere Instanz vorstellt. Und das bedeutet, daß die Regierungenund die Völker der Welt die höchste Instanz sind, nicht etwa Genf, nicht der Zusammentritt dieser Mächte. Es bedeutet, daß die politische Welt mit uns zusammenhängt und unsere Sache abhängig ist von der ganzen politischen Welt. Und wenn ich die Frage der Administration abgegrenzt habe von der politischen Frage, so will ich nicht sagen, daß diese Fragen nicht voneinander abhängig sind. Die Interpretation des Mandates ist das entscheidende Moment für die Lösung der Probleme, mit denen wir an die Regierung in Palästina oder in London herantreten. Diese Interpretation hängt von Stimmungen und Ueberzeugungen ab, davon, was verschiedene Interessen diktieren und was die öffentliche Meinung sagt. Die öffentliche Meinung ist eine Instanz, mit welcher die Regierungen auch in größeren Fragen rechnen, als die unsere es ist. Sie spiegelt sich ab in den Instruktionen, welche die Regierungen für den Völkerbund erteilen, sie verdichtet sich zu gewissen Stellungnahmen und Resolutionen des Völkerbundes und kommt in der allgemeinen Auffassung der englischen Regierung über die Interpretation des Mandats wieder zum Vorschein. Diese Zusammenhänge zwischen 59