Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 69)
- Language
- German, English, Hebrew
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2. Sitzung: Politischer Bericht mischer, langanhaltender Beifall. Redner wird beglückwünscht). Vorsitzender Vizepräsident Motzkin (hebräisch): Das Wort hat Herr Präsident Sokolow. Präsident der Exekutive Nahum Sokolow (von lebhaftem, langandauerndem Beifall begrüßt): Ich will mit allem Nachdruck hervorheben, daß bei der politischen Debatte ein Unterschied gemacht werden muß zwischen Administration und Politik. Die Administration Palästinas und alles, was damit zusammenhängt, die Frage der Konzessionen, die für uns von ungeheurer Bedeutung ist, die Frage der Naturalisation, deren Lösung bevorsteht, die Frage der Gemeindeorganisation und der obligatorischen Besteuerung, die Frage der Einwanderung und ihrer Modalitäten, die uns bei der politischen Debatte beschäftigen werden, sind für mich nicht Fragen der Politik. Sie sind sehr wichtig, aber sie sind nicht die politische Frage, sie beziehen sich auf unsere Arbeit, die tüchtig oder untüchtig genannt werden kann. Wenn wir einmal auf einem Zionistenkongreß über zionistische Politik sprechen können, berechtigt sind, das zu tun, so wollen wir eben über zionistische Politik sprechen. Wir konnten nicht von zionistischer Politik sprechen, solange wir nicht ein politischer Faktor waren. Heute ist das anders. Gewiß, Herr Präsident Weizmann hat es schon ausgeführt, es gibt in der Welt zahllose Kräfte und Ereignisse, über die wir — und dieser allgemeine Grundsatz läßt sich auf alle Völker anwenden, und wir teilen diese Beschränkung mit ihnen — keine Kontrolle haben. Aber ein Fortschritt ist unzweifelhaft. Wir waren als Juden ein Objekt der Weltpolitik und nur ein Objekt. Ein Objekt der Politik, die durch andere gemacht wurde, gut oder schlecht — jüdische Politiker waren es nicht; erst mit der Entstehung des jüdischen Nationalheimes ist eine jüdische Politik entstanden. Wenn das Nationalheim anerkannt werden wird, so muß es wie jede nationale Gemeinschaft 58