Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 66)
- Language
- German, English, Hebrew
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Weizmann diesem Problem beschäftigen. Aber die Tatsache bleibt doch bestehen, daß Palästina heute der ruhigste Teil des ganzen mittleren Orientes ist. (Beifall.) Während im Norden, im Süden und Osten Palästina von Länder umgeben ist, die sich aus dieser oder jener Ursache in einer politischen Gärung befinden, ist in Palästina Ruhe, und wir können dort ruhig und ungestört und mit einer großen, ja für das Land ungeheuren konstruktiven Arbeit weiter fortfahren. Gerade diese konstruktive Arbeit ist für Palästina der beruhigende Faktor und wird es noch mehr in Zukunft sein. (Lebhafter Beifall.) Es ist hier nicht die Zeit, auf Details der Ursachen hiefür einzugehen, aber ich glaube, in den allergröbsten Strichen die Grundursachen aus dem Komplex herausgeschält zu haben. Zwei Dinge sind zu einem normalen Verhältnis der beiden Völker notwendig: unser arabischer Nachbar muß überzeugt sein, daß wir es mit dem Aufbau des Heimes ernst meinen, daß kein Schiff nach Palästina kommt, das nicht Emigranten im Land absetzt. Andererseits muß er gleichzeitig überzeugt sein, daß der Geist, in dem wir das Heim aufbauen, ein Geist der Freiheit, der Toleranz und Brüderlichkeit gegenüber allen Faktoren in Palästina ist (stürmischer, langanhaltender Beifall). Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, daß ich den festen Glauben habe, daß wir jetzt mehr als vor einigen Jahren die Möglichkeit haben, durch die Gründung und Eröffnung der jüdischen Universität und durch die Ausbildung der semitischen Abteilung an dieser Universität gerade auf dem kulturellen Felde, auf dem Felde, welches vielleicht keine geographischen und keine militärischen Grenzen kennt, die Zusammenarbeit zwischen uns und unseren semitischen Verwandten herzustellen. Aufgabe der Jewish Agency und der Universität wird es sein, die Ausbildung gerade dieses Gebietes und Zweiges der Universität nach Maßgabe der besten Kräfte zu fördern. Dieses intellektuelle Zentrum auf dem Skopusberge wird nicht nur ein Sammelpunkt der jüdischen, sondern auch der arabischen Kräfte sein. Es wird dadurch ein näheres 55