Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 65)
- Language
- German, English, Hebrew
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2. Sitzung: Politischer Bericht Zu seinem Nachfolger ist der bisherige Gouverneur von Haifa, Colonel S y m e s, ernannt worden. Ich zweifle nicht einen Augenblick, daß er einer der fähigsten Administratoren in Palästina ist, ein Mann mit einer umfassenden Kenntnis des Orients, die er schon in Aegypten bewiesen hat, ein Mann mit tiefem Verständnis, imstande, sich in den komplizierten Problemen der orientalischen Politik zurechtzufinden. Er wird seine Arbeit in würdiger Weise leisten. Man kann ganz allgemein sagen, daß jeder Beobachter von Palästina, Jude oder Nichtjude, Zionist, Nichtzionist oder Antizionist, wenn er durch das Land geht und wenn er sich die Mühe gibt, sich die Sache nicht nur von der Autostraße, sondern etwas näher anzusehen, den bedeutenden Fortschritt verzeichnen muß, den das Land in diesen zwei Jahren gemacht hat. Ich will daran erinnern, daß die jüdische Bevölkerung Palästinas sich heute fast auf 130.000 oder 135.000 Seelen beziffert. Die Immigration ist von 600 auf 3000 monatlich angeschwollen. In dem Charakter dieser Immigration ist eine große Wandlung vor sich gegangen. Ich spreche von der viertenAlijah, an die sich sicherlich viele Diskusionen auf dem Kongreß knüpfen werden. Dieses Anwachsen der Immigration hat die Jewish Agency und die Zionistische Organisation vor ungeahnte Probleme gestellt. Mehr Land, mehr industrielle Entwicklung, mehr landwirtschaftliche Kolonisation und vor allen Dingen, was die Grundlage unseres Lebens sein muß, ein richtiges Gleichgewicht zwischen Stadt und Land. Dank der Administration Samuels, dank dem stetigen systematischen Ausbau unserer Positionen in Palästina kann man allgemein behaupten, daß die Beziehungen zwischen dem jüdischen und dem arabischen Volk weniger scharf geworden sind. Damit will ich Ihnen nicht das falsche Bild geben, daß dieses vielleicht wichtigste Problem unserer politischen Arbeit beseitigt ist. Im Gegenteil, die Zeit ist reif, daß der Kongreß und seine zuständigen Organe ernster als je sich mit 54